Seite 4 von 7 ErsteErste 1 2 3 4 5 6 7 LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 64
  1. #31
    Jetzt wo Pilop das Thema mit den Double standards erwähnt hat, erinnert mich das noch mehr an die eine Folge von South Park.



  2. #32
    Hm, ja, ich denke da habt ihr schon Recht, Midori wird es nicht erzählt haben. Es wäre vielleicht unter Umständen das "Richtige" aber sie will damit ja eigentlich auch abschließen und einen Neustart mit Yuichi wagen (Heirat). Da käme es höchstwahrscheinlich nicht so gut, wenn sie jetzt so eine Bombe auspackt. Trotzdem hatte ich bei dem Panel, in dem Yuichi durch die Gardinen guckt das Gefühl dass er zumindest ganz dunkel irgendetwas ahnt (aber selbst wenn das so ist, würde er es wahrscheinlich nur als Spinnerei abtun, denn immerhin kennt auch er Midori hauptsächlich als sehr "unegoistische" Person).

  3. #33
    Zitat Zitat von -FROM-HEAVEN- Beitrag anzeigen
    Jetzt wo Pilop das Thema mit den Double standards erwähnt hat, erinnert mich das noch mehr an die eine Folge von South Park.
    An die muss ich bei diesem Thema auch jedes Mal denken xD

  4. #34
    Band 6

    Punpun hat sich ein sehr negatives Weltbild angeeignet. Sogar soweit, dass er auf totale Zerstörung aus ist. Punpun hat auch keine wirkliche erwachsene Bezugsperson mehr, der ihn auf die Welt vorbereitet.
    Wie beim Date mit Aiko damals denkt Punpun eigentlich nur an Sex. Später hat er einen Super Boner. Aber Punpun denkt auch über seine Zukunft nach und weiß einerseits nicht wo er sich sieht, andererseits realsiert er mit wem er wirklich gerne Zeit verbringen möchte. Punpun betreibt auch größere Selbstreflexion und erkennt seinen passiven Lebensstil an. Daraus zu schließen, dass das Leben aber unfair ist, ist halt in meinen Augen nur blinde, naive Wut. Dass Punpun sich kein bisschen, um seine Mitmenschen sorgt, weil diese ihm wohl einfach nicht wichtig sind bzw. vielmehr keine Bindung exisitert wird im Gespräch mit Kanie und den fehlenden Krankenhausbesuchen gegenüber der Mutter klar. An dieser Stelle finde ich aber Punpuns Reaktion sehr bemerkenswert, da er einerseits das erste Mal eine Reaktion zeigt und auch eine richtige. Denn nur weil Kanie Familie etwas bedeutet und Punpun nicht, bedeutet das gerade nicht, dass Punpun seine Mutter besuchen muss. Wenn keine Bindung zwischen beiden über Jahren existiert oder aufgebaut werden konnte, dann ist Punpuns Fernbleiben von Krankenhausbesuchen nicht verkehrt. Allerdings denke ich schon, dass Punpun insgesamt einmal vorbei schauen könnte, wenn er Zeit hat. Oder in kurz: Wenn keine Bindung existiert, kann sich ein Krankenhausbesuch auf's Minimum reduzieren. Durch Kanie erfährt Punpun später auch eine Ablehnung, die später in einer Trotzreaktion Punpuns, in welcher er anfängt über Kanie "herzufallen", übergeht. Kanie macht zuvor und danach jeweils zwei Bemerkungen: Einerseits liebt Punpun sich am meisten und andererseits ist Punpun einsam. Ersteres kann ich eig. nicht ganz nachvollziehen. Für mich beginnt Punpun jetzt erst zu verstehen, dass menschlichen Zwischenbeziehungen sind. Ich halte Punpun einfach nur für unfähig Beziehungen zu führen, weil die Menschen ihm tw. egal sind. Aber ich würde nicht daraus schließen, dass er sich am meisten liebt. Dass Punpun einsam ist, könnte ich schon eher unterschreiben. Denn Punpun wählt nicht das bewusste Allein sein, was gegen Einsam sein sprechen würde. Punpun ist allein und dadurch einsam, weil er wie gerade gesagt Probleme hat Beziehungen zu führen / Anschluss zu finden. Punpun ist für mich nicht ein intelligenter Junge, der sich dadurch einsam fühlt, weil er seinen Altersgenossen geistig weit voraus ist. Punpun hat schlichtweg keine elterliche Liebe erfahren. Dazu ist er noch ein Einzelkind. Das soll natürlich keine pauschalisierte Aussage darstellen. Denke aber, dass dies Faktoren sind, die bei Punpun schon eine größere Rolle spielen.
    Später beschließt Punpun sich nicht mehr zu verlieben oder auch insgesamt seine Emotionen zu kontrollieren, indem er sie einfach begräbt.
    Der Band selbst gibt auch noch größere Einblicke auf Mama Punpun, welche auch einfach durch ist. Da passt ganz schön der Kontrast ihres Krankenhausaufenhalts. Sie alleine und einsam auf ihrem Bett während am Bett nebenan eine ganze heile Familie sich zusammen gefunden hat. Mama Punpun ist aber innerlich nicht wirklich dumm, sie fühlt sie schlichtweg einsam und will geliebt werden. Dazu hängt sie immer noch an ihrem Ex-Mann, was ihr zu schaffen macht. Auch trifft Mama Punpun später auf Harumi, der seine eigene Geschichte hat. Mich wundert nur, dass er sich gar nicht wirklich nach Punpun erkundigt (Denke da an ein einfaches: Was macht Punpun eig. so?) oder es Mama Punpun nicht erzählt. Jedenfalls sieht Mama Punpun ihre Op als Chance einer Veränderung bzw. der Beginn einer neuen Zukunft. Und das mit Punpun.
    Zeitsprung von 2 Jahren: Vielleicht ist es am Sterbebett seiner Mutter der einzige und letzte Moment in Punpuns Leben gewesen, in welchem er die mütterliche Liebe verspürte. Punpun kann diese Zuneigung aber nicht teilen.

    _______________________

    Kann Punpun überhaupt Empathie und Liebe in alle ihren Arten verspüren? Ich denke, es muss eine Person sein, die ihm tatsächlich verbunden ist. Wie Aiko eben.

  5. #35
    Band 6

    Tja, irgendwie wirkt es so als hätten die meissten Charaktere in diesen Manga ständig eine Midlife crisis unabhängig davon wie alt sie sind. Man sollte meinen das führt zu nichts aber eigentlich führt es nur dazu, dass Punpun und seine Familie sich ein Stück mehr hasst.

    Zitat Zitat von elfa Beitrag anzeigen
    Kanie macht zuvor und danach jeweils zwei Bemerkungen: Einerseits liebt Punpun sich am meisten und andererseits ist Punpun einsam. Ersteres kann ich eig. nicht ganz nachvollziehen. Für mich beginnt Punpun jetzt erst zu verstehen, dass menschlichen Zwischenbeziehungen sind. Ich halte Punpun einfach nur für unfähig Beziehungen zu führen, weil die Menschen ihm tw. egal sind. Aber ich würde nicht daraus schließen, dass er sich am meisten liebt.
    Kanye hat wohl eher gemeint, dass Punpun nur an sich selbst denkt bzw. dass er egoistisch und egozentrisch ist, was Punpun ja dadurch bestätigt hat indem er versucht hat sie zu küssen und dabei völlig ihre Gefühle ignoriert hat, nicht zu schweigen, dass es auch so ein furchtbar schlechter Zeitpunkt war. Kanye kennt Punpun aus der Schule und weiss, dass er ein passiver Typ ist der sich lieber im Hintergrund hält und jetzt wo sie weiss, dass er mit seiner Familie nicht klar kommt, dachte sie, er hat einfach niemanden und ist allein.

    Die Mutter von Punpun hat auch erzählt, dass sie sein Anblick nicht ertragen kann weil Punpun sie zu sehr an sein Vater und sie selbst erinnert, er hat ja das Schlechte von beiden geerbt und damit wird wohl gemeint sein, die egozentrische Art der Mutter und das träumerische, passive Dasein des Vaters.

    Kanie hat mich übrigens an Midori erinnert, es sind so Menschen wie sie, die Yuuchi und Punpun wieder Hoffnung in die Menschheit geben.
    Apropo, Midori und Yuuichi scheint es gut zu gehen, obwohl Yuuichi wirkt immer so ruhig und distanziert, da wird wohl noch was kommen. Ich hoffe wirklich wirklich, dass sie ihn nichts erzählt hat. Der einzige Grund den ich mir vorstellen könnte ist um ihn zu verletzen, ansonsten macht es gar kein Sinn, nicht nur weil beide anscheinend wieder zusammen kommen wollten und besonders Midori wollte, dass es so wird wie früher, sondern auch weil sie das kleine bisschen famliäre Beziehung zwischen Punpun und Yuuichi völlig zerstören würde, ich meine da ist nicht viel da, was man kaputt machen könnte, es wäre so als würde man eine uralte Hängebrücke mit eine Atombombe zerstören wollen.

    Achja es war noch interessant zu sehen was an diesen Abend zwischen den Eltern von Punpun passiert ist, wobei die Tat an sich wurde nicht gezeigt aber es wurde schon deutlich gemacht, dass er sie nicht einfach ohne Grund angegriffen hat, unter Umständen war das Notwehr aber so wie es aussieht, scheint sich Punpuns Mutter kein bisschen schuldig für irgendwas zu fühlen.

    Mein Liebingsmoment des Bandes war das Gemälde von Sachi und die Gefühle die es bei Punpun ausgelöst hat, tja Kunst liegt halt im auge des Betrachters.

    Manchmal denke ich mir, vllt. wirkt Punpun so abnormal weil wir seine innere Gedankenwelt sehen und wer ist nicht schon etwas schräg im Kopf oder hat hin- und wieder verquere Gedanken ...und dann onaniert er heulend, völlig dramatisch mitten im Regen auf einen Kinderspielplatz.

  6. #36
    ~neue Woche, neuer Band~

    Band 7

    Oha, all die Briefe waren all die Jahre von der Mutter? Vermutlich kümmert es Punpun aber eh nicht mehr. Der Besuch des Vaters wirkt für mich ein unbequemer Routine Besuch, der aus familiären Umständen her gefordert ist. Witzig, dass der Vater, der seinen Sohn immer noch als das Kind, was er damals verlassen hat, sieht, einen Neustart möchte. Aber auch hier wieder: Leere Floskeln. Und selbst wenn ein Funken Wahrheit in den Worten steckt. Punpun hat keine Bindung zu seinem Vater.
    Yuuichis Lehrstunde übers Leben war das Highlight in diesem Band. Inhaltlich sowie die Inszenierung waren top. Wichtig ist im Leben eine gewisse Verantwortung für die eigene Handlung. Steh hinter deiner Entscheidung. Das Leben ist einfach zu lustig, um Zeit zu verschwenden. Für mich ist das auch etwas, was sich der Onkel selbst erzählt hat. Der Sonnenaufgang rundete das gut ab, bei den ganzen Emotionen die hochkommen.
    Man erfährt aber auch, dass der Onkel vom Umstand zwischen Midori und Punpun weiß. Leider wurde mir nicht klar, ob er es einfach gesehen/rausbekommen hat oder Midori es ihm erzählt hat, weil sich beide so lieben und gerade der Liebe wegen auf Ehrlichkeit pochen. Wie auch immer: Es hat die Beziehung wohl gestärkt. Ich hatte zu letzt ja gesagt, dass es entweder verdrängt wird oder in einem großen Streit rauskommt. Fehlanzeige.

    In Punpuns Leben als Halbwaise, der auch auf seinen Vater nicht bauen kann, kehrt dann langsam eine gewisse Alltagsroutine ein. Punpun hält nach jemanden Ausschau oder will von jemanden gerufen/gefunden werden. Beides wohl so eine Art Bestätigung für seine Existenz. Heftig fand ich auch, dass Punpun suizidale Gedanken bekommt.
    Später sieht er Aiko. Es könnte natürlich auch ein Mädchen sein, was Aiko ähnlich sieht. Aber es spielt eig. keine Rolle, ob es nun Aiko war oder nicht, denn für Punpun fungiert diese Wahrnehmung als eine Art Triggerung, die ihn zu einem Vergleich führt: Was habe ich all die Zeit gemacht? Daraus folgt wiederum ein Neuanfang, den Punpun damit beginnt alleine zu wohnen. Aber er zieht auch dorthin, um Aiko wiederzusehen. Die Liebe ist stark in Punpun. Punpuns Nachbarn zeigen ihm aber auch eine andere, vllt düstere, aber iwo auch reale Seite, einer Beziehung auf. 2 Jahre - soviel Zeit gibt sich Punpun noch. Hello darkness, my old friend.

    Punpuns Pseudo Schürzenjäger Freund skippe ich mal. Man sieht wie Punpun immer weiter down geht. Vom Vogel zum Dreieck. Ich fand die Seite mit Punpuns "Damen" ganz nett.
    Nanjou Sachi kann Punpun kurzfristig vom Dreieck zum Vogel wiederzurück verwandeln. Ich nehme an, weil sie sein Talent preist und Punpun daher das Gefühl hat, dass er einerseits etwas (Besonderes) kann und andererseits gebraucht wird / von Nutzen ist. Der Alkoholabsturz wandelt Punpun aber wieder in ein Dreieck. Diese ganze Szene mit verschwommenden, sich drehenden Bildern, fand ich ebenfalls extrem gut gemacht. Am Ende liegt Sachi schlafend vor Punpun.

    In einer anderen, früheren, Szene erfährt man etwas von einer Art Kult, die iwo musizieren aber auch iwie dem Weltall/Sternen gegenüberstehen. Man hat dieses übrings schonmal am Rande gesehen. Ich musste nur das Chapter selber suchen: Mitte/Ende Chapter 55 als Kanie und Punpun gemeinsam ein Licht auf nem Dach sehen.

    _____

    Wie alt ist Punpun jetzt eig.? 17, 19? Was ich immer mag, ist dass Charaktere von früher noch mal eine Rolle spielen. Das passt so schön auf's Leben, wenn dich Leute von früher doch iwo wieder nochmal begegnen. Mal schauen, ob Punpun und dieser Kult iwie zusammen kommen. Da waren wohl noch zwei Plätze frei.
    Auch frage ich mich, ob Punpuns depressiver Zustand schon seine Spitze erreicht hat. Ich fürchte leider, dass da noch einiges kommt. Punpun ist so voller Dunkelheit. Der Sith Lord wäre stolz auf ihn. Vllt hilft ihm aber Sachi dabei wieder ins Licht zu kommen, bis Punpun sich das Leben nimmt .

  7. #37
    Band 6

    Damn it elfa, jetzt mach doch mal langsam! Da kommt man ja gar nicht mehr hinterher!

    Gleich am Anfang ist mir aufgefallen, dass auf der Seite, auf der die im Manga vorkommenden Figuren vorgestellt werden, Aiko als Person bezeichnet wird, die Punpun einst mochte/liebte. Mittlerweile sieht er sie also als Sache der Vergangenheit an, das wird ja im Band selbst auch deutlich.

    Zitat Zitat von elfa
    Der Band selbst gibt auch noch größere Einblicke auf Mama Punpun, welche auch einfach durch ist. Da passt ganz schön der Kontrast ihres Krankenhausaufenhalts. Sie alleine und einsam auf ihrem Bett während am Bett nebenan eine ganze heile Familie sich zusammen gefunden hat. Mama Punpun ist aber innerlich nicht wirklich dumm, sie fühlt sie schlichtweg einsam und will geliebt werden.
    Dass sie so ihre Probleme hat wusste man ja bereits, aber bei der Stelle mit dem Messer und als sie dann später auf einen Highschool-Schüler geil wurde hab ich mir auch nur so gedacht: OK, diese Frau ist kaputt! An sich ist sie aber schon eine ziemlich tragische Figur: Entgegen ihrer „Natur“ (damit meine ich ihr Selbstbewusstsein, dass sie in ihrem letzten Flashback anspricht) hat sie sich letztendlich irgendwie „mitschleifen“ lassen (Heirat, Schwangerschaft, Punpun) und ist damit nicht so richtig glücklich geworden. Sie konnte sich einfach nicht richtig in „der Gesellschaft“ einfinden. Später hatte sie dann einfach nur den Wunsch, ihr ganzes Leben zu „entmüllen“ und neu anzufangen, hat es aber nie wirklich geschafft Auch wenn das natürlich jetzt übertrieben einfach gesagt ist. Letztendlich hatte sie ja zumindest am Anfang (und dann auch zum Schluss wieder) durchaus etwas für ihren Mann übrig und sehnte sich nach (emotionaler & körperlicher) Nähe sowie nach der Familie als eine Gruppe, in der man geborgen ist. Ihre Erwartungen daran wurden aber durch Punpuns Vater enttäuscht, der ihr zu sehr in seinen eigenen „egoistischen“ Problemen verstrickt war und sie nicht genug gestützt hat. Deswegen dann auch ihre Message an Harumi, sich nicht nur um sich selbst zu kümmern, sondern tatsächlich an seine Freundin zu denken. Die Sache mit Harumi und seiner Freundin fand ich mal wieder irgendwo etwas sehr „plot convenient“, aber der Part des Bands hat seine Aufgabe erfüllt (die Message rüberzubringen), und darum geht es ja letztendlich bei einer Geschichte. Punpun-Mama hat durch ihre Bekanntschaft mit Harumi und seiner Freundin das entdeckt, was sie immer von anderen wollte. Sie hat jemanden gefunden, gegenüber dem sie sich (zwar nicht vollständig, aber immerhin etwas) öffnen konnte und konnte anderen Hoffnung geben bzw. sie ermutigen/bestätigen (auch wenn sie selbst letztendlich zu verbittert/desillusioniert war, um in der Hinsicht an sich selbst zu glauben/sich selbst ernst zu nehmen).

    Ehrlich gesagt war ich etwas überrascht, dass sie am Ende gestorben ist – wieder so etwas, das ich vergessen hatte Dachte, die Therapie würde schon anschlagen, sie würde noch mal mit einem Schrecken davonkommen und dann versuchen, ein glücklicheres Leben zu führen. Weiß nicht, welche der beiden Möglichkeiten klischeehafter gewesen wäre. Ihr Tod hat aber noch mal ganz gut die Message unterstrichen, die sie auch Harumi vermitteln wollte: Man sollte nicht zu lange warten. Und damit kann man einen wunderbaren Bogen zu Punpun schlagen…

    Wie man schon im letzten Band sehen konnte, ist es Punpun mittlerweile Leid, immer nur der Wartende, der Passive und der “Gepeinigte” zu sein. Vielleicht kann man so leben, ohne andere zu verletzen, aber was ist der Sinn dahinter, wenn man selbst nicht glücklich wird? Daher beginnt er damit, seine „dunkle Seite“ (nämlich die „egoistische“) durchkommen zu lassen. „Glück“ manifestiert sich in seinem Fall hier erst einmal als etwas sehr Kurzfristiges und Banales, nämlich Sex. Ich fand es ganz witzig, wie er bei ihrem „Date“ für alles bezahlt hat und Kanie dann sagte, dass sie das alles irgendwie „entschädigen“ muss – da wusste man schon genau, woran Punpun in diesem Moment dachte.

    Punpun sieht irgendwo ein, dass Kanie und er nicht wirklich zusammenpassen. Auch wenn ein paar von den Dingen, die Kanie z.B. bezüglich ihrer Zukunft gesagt hat, irgendwo bestimmt mehr „leeres Gelaber“ als ernstgemeinte Pläne waren, macht Punpun neben ihr keine gute Figur. Bei ihrem Gespräch im McDonalds kam mir der Satz „Mädchen reifen früher als Jungen“ in den Sinn. Zumindest im Bezug auf die beiden passt das eigentlich perfekt. Dass es zwischen ihnen keine wirklichen Berühungspunkte gibt, zeigte sich noch mal deutlich, als er und Kanie unterschiedlich auf die beiden Gemälde reagierten. Punpun weiß nicht so richtig was er eigentlich mit Kanie anfangen soll, bzw. weiß er es (Sex), aber das Drumherum stimmt nicht. In diesem Moment denkt er an Aiko zurück – und hasst sich selbst dafür, denn eigentlich sollte sie der Vergangenheit angehören.

    Letztendlich sagt Punpun aber „fuck it“ und beschließt die Sache trotzdem durchzuziehen. Er hat es satt, immer passiv zu sein und will einfach mal etwas für sein eigenes "Glück" TUN. An sich ist das ja lobenswert (wie Kanie sagte, er ist eigentlich eine ziemlich langweilige Person, gerade weil er nie handelt), aber dabei ist er so einfühlsam wie ein Schaufelradbagger, was generell sein größtes Problem zu sein scheint. Kanie weist ihn natürlich ab und diese Abweisung macht Punpun wütend. Er denkt sich wohl „wenn ich passiv bin werde ich nicht glücklich, und dann werde ich ein mal aktiv und schon hassen mich die Leute! Was soll das?!“. Er hat einfach null Feingefühl, was zwischenmenschliche Beziehungen angeht. Das hat sicherlich auch familiäre Gründe.

    Zitat Zitat von elfa
    Kanie macht zuvor und danach jeweils zwei Bemerkungen: Einerseits liebt Punpun sich am meisten und andererseits ist Punpun einsam. Ersteres kann ich eig. nicht ganz nachvollziehen. […] Aber ich würde nicht daraus schließen, dass er sich am meisten liebt.
    Ich schließe mich –FROM-HEAVEN- an und meine, dass das daran liegt, dass wir Einblicke in Punpuns Gefühle haben. Als Leser weiß man, dass Punpun sich nicht wirklich selber „liebt“, aber für Personen wie Kanie muss er definitiv so rüberkommen. Er kümmert sich nicht um seine Mutter, er ignoriert die Atmosphäre/die Situation komplett und will nur das eine usw. Aber auch als Leser kann man diese Bemerkung durchaus nachvollziehen: Bisher hat Punpun nie andere Leute gestützt oder bestätigt, er will immer nur gestützt oder bestätigt werden, ohne selbst wirklich was dafür zu leisten. Er mag das nicht bewusst tun, aber letzten Endes zeugt das doch schon von „emotionalem Egoismus“. Man könnte sagen sein Ziel ist es, sich selbst zu lieben. Daher passt auch der Kommentar mit der Einsamkeit: Eine Person, die nur darauf aus ist, Gutes für sich selbst anzusammeln und keine innere Gelassenheit hat, auf ehrliche Art und Weise an andere zurückzugeben, muss anderen sehr einsam erscheinen.

    Zitat Zitat von elfa
    An dieser Stelle finde ich aber Punpuns Reaktion sehr bemerkenswert, da er einerseits das erste Mal eine Reaktion zeigt und auch eine richtige. Denn nur weil Kanie Familie etwas bedeutet und Punpun nicht, bedeutet das gerade nicht, dass Punpun seine Mutter besuchen muss.
    Diese Stelle zwischen Punpun und Kanie war für mich ein kleines „Standoff“ zwischen den abstrakteren Konzepten Individualismus und „Gruppendenken“. Interessant ist, dass Punpun quasi die Seiten gewechselt hat; früher wäre er derjenige gewesen, der gesagt hätte, dass man auf andere Rücksicht nehmen muss. Da ihm dieses Denken in seinem bisherigen Leben aber zu nichts verholfen hat, hat er sich langsam gewandelt (selbst Aiko forderte von ihm „Egoismus“). Punpuns Reaktion ma in diesem speziellen Fall „richtig“ sein, aber ich finde diese Stelle zeigte ganz gut, dass weder reiner Individualismus noch ausschließliches „Gruppendenken“ (bzw. Altruismus) zu etwas führt – die Menschen müssen sich auf einem schmalen Grat dazwischen bewegen. Wie ich beim letzten Mal schon geschrieben hatte, könnte das vor allem im japanischen Kontext starke Implikationen haben (evtl. könnte es aber auch auf den „westlichen“ Kontext umgekehrt zutreffen, wo das Individuum manchmal auch überbewertet wird).

    Puuuuh, der Post ist viel zu lang geworden. Am Ende noch was ganz unrelatiertes: Ich finde es irgendwie gut, wie es der Manga schafft, ernst zu sein und gleichzeitig sich irgendwie auch immer ein bisschen selbst auf die Schippe zu nehmen (z.B. Punpuns verrückter Klassenkamerad).

    Ach ja, und Kanie ist natürlich ein absoluter qt3.14. Asano schafft es echt immer wieder, einem Charaktere alleine durch ihr Aussehen sympathisch zu machen…

  8. #38
    Zitat Zitat von komarunda Beitrag anzeigen
    Damn it elfa, jetzt mach doch mal langsam! Da kommt man ja gar nicht mehr hinterher!
    Ich mach doch langsam. Theoretisch müsste man nach Zeitplan diese Woche sogar Band 8 lesen, aber das lassen wir mal^^. Ich poste halt nur zum Beginn der Woche während z. B. -FH- am Ende postet. Wir haben unterwegs aber auch zwei Matrosen verloren.

    Dass Punpun von außen egoistisch wirkt, habe ich glatt nicht in Betracht gezogen. Aber ihr habt mich in dem Punkt überzeugt.

  9. #39
    Schon klar, das war nicht wirklich ernst gemeint. Eigentlich war ja nur ich zu langsam Werde zusehen dass in in der Woche noch Band 7 schaffe, ist schon irgendwie blöd wenn man noch zum vorigen Band kommentieren "muss", wenn alle anderen schon weiter sind.

  10. #40
    Band 7

    Hm, irgendwie fand ich den Band nicht so fesselnd wie die paar davor. Liegt wohl einfach daran, dass mit dem Tod von Punpuns Mutter eine Art Windstille in seinem Leben eingetreten ist. Vorher hatte man zusätzlich zu Punpuns Problemen noch die ganzen Familiendinger, doch das fehlt jetzt alles. Sein Vater stattet ihm einen letzten „formalen“ Besuch ab und gibt ihm zumindest theoretisch die Möglichkeit, einen „Neustart in der Familie“ zu machen. Doch es war klar, das Punpun das nicht annimmt: Sein Vater kommt zu spät, mittlerweile ist das nicht mehr, was Punpun will. Nachdem er nun auch nicht mehr in die Schule geht, hat er auch ansonsten mit viel weniger Leuten als zuvor zu tun. In der Hinsicht hat der Band eigentlich ganz gut gezeigt, was mit Punpun jetzt los ist.

    Dramatik gehört der Vergangenheit an, es bleibt vorerst ein „ausgehöhlter“ Alltag, dem jeglicher Sinn zu fehlen scheint. Punpun lebt einfach nur vor sich hin; gleichzeitig existiert in ihm der Wunsch, irgendwie noch mal einen Neuanfang zu starten. Als einziges erstrebenswertes Ziel erscheint ihm nach seinem flüchtigen Wiedersehen mit ihr Aiko. Sie ist der Motor, der ihn letztendlich irgendwie auf Trab hält. Also entscheidet er sich für ein komplett selbstständiges Leben, mit eigener Wohnung, eigener Arbeit und eigenem Geld. In der Hinsicht scheint er sich Yūichis Worte, dass man sich ein Ziel bzw. eine Intention für sein Leben zurechtlegen sollte, irgendwo zu Herzen zu nehmen. Allerdings ist er nicht imstande, den zweiten Teil des Ratschlags (dass man das Ziel/die Intention ständig überdenken sollte) umzusetzen, da es ihm neben Aiko an Alternativen fehlt. Eigentlich müsste er weiterhin aktiv bleiben und versuchen, Verbindungen mit anderen Menschen zu knüpfen. Die Enttäuschungen in seinem Leben, was dies betrifft (Midori, Kanie, seine Mutter) lassen ihn aber nicht daran glauben, dass das klappen könnte. Nachdem er den Selbstmord-Entschluss gefasst hat, hängt sein Leben quasi nur noch an Aiko. Deswegen schottet er sich auch ab, als er sie nicht wiederfinden kann (das Dreieck/Pyramide soll diese Isolation symbolisieren). Eigentlich hat Punpun seine Probleme damit nur noch verschärft: Während er vorher zumindest noch ein paar Leute hatte, die ihn gestützt haben (z.B. Midori), entfernt er sich mittlerweile sogar von denen und ist nun sozusagen wirklich vollkommen alleine.

    Aber diese Periode dauert nicht lange an (ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass dieser Parts des Manga so kurz ist, hatte ihn länger in Erinnerung…). Sein Vermieter bemüht sich (wahrscheinlich mehr aus schlechtem Gewissen wegen damals als aus reiner Empathie heraus) auf Punpun zuzugehen, und durch ihn trifft Punpun Nanjō wieder. Ob sie Punpuns Leben verändern werden kann? Man hat bereits gesehen, dass sie dazu in der Lage war, seine Abschottung kurzfristig zu durchdringen. Aber das war nur ein kleines Anknacksen, am Ende ist Punpun zu oft enttäuscht worden und kann nicht mehr so richtig an das Gute in anderen (und sich selbst) glauben. Ganz ehrlich, ich finde dass Punpun in der Hinsicht schon übertrieben reagiert. Klar, er hatte nicht die einfachste Kindheit und die Sache mit Midori war wohl auch nicht das Beste für ihn… Aber deswegen die ganze Zeit so depressiv sein? Ich weiß nicht. Der Manga selbst scheint als Erklärung parat zu halten, dass Aiko in seiner Kindheit die Latte an Erwartungen, die er an andere stellt, schon so hoch angesetzt hat, dass quasi kein anderer mehr rankommt. Naja, jetzt ist Nanjō bei ihm. Mal sehen, wo das hinführt.

    Nebenbei geht der Kult-Plot noch weiter, bei dem ich immer noch nicht weiß, was ich von ihm halten soll. Mir ist schon klar, dass der Kult für ein anderes Umfeld steht, in dem sich Menschen gegenseitig stützen. Aber irgendwie schwebt mir das alles noch etwas zu lose im Raum herum (no pun intended). Aikos Mutter gehörte ja auch zu einem Kult, eventuell werden da in der Zukunft vielleicht noch ein paar Parallelen gezogen.

    Star des Bandes war für mich ohne Frage Nanjō, sie wirkte einfach erfrischend inmitten dieses ganzen Sumpfs, in dem sich Punpun befindet.

    Zitat Zitat von elfa
    Man erfährt aber auch, dass der Onkel vom Umstand zwischen Midori und Punpun weiß. Leider wurde mir nicht klar, ob er es einfach gesehen/rausbekommen hat oder Midori es ihm erzählt hat, weil sich beide so lieben und gerade der Liebe wegen auf Ehrlichkeit pochen.
    Ich denke, das war relativ klar: Als die beiden entschieden haben, zu heiraten, haben sie sich wohl an einem Abend wohl gegenseitig mal alle ihre „dunklen Geheimnisse“ bzw. ihre ganze Lebensgeschichte erzählt, ohne etwas auszulassen. Das heißt, als Punpun und seine Mutter damals beim verstorbenen Opa waren und Yūichi danach durch die Vorhänge geschaut hat, wusste er es schon. HA! Da lag ich also doch richtig

    Zitat Zitat von elfa
    Punpun hält nach jemanden Ausschau oder will von jemanden gerufen/gefunden werden. Beides wohl so eine Art Bestätigung für seine Existenz. Heftig fand ich auch, dass Punpun suizidale Gedanken bekommt.
    Naja, erste Suizidgedanken hatte er ja schon vorher (als er überlegte, vom Balkon zu springen), insofern sehe ich da jetzt nicht so die krasse Entwicklung. Klar ist aber, dass sich Punpuns Umgebung mehr und mehr verdunkelt; sein einziger Lichtblick ist momentan Aiko (und selbst der ist etwas getrübt, wenn man an die Szene denkt, in der sich das „Pärchen von nebenan“ gestritten hat – fand diese Szene trotz direkt darauf folgenden „Dunkelheit“ ziemlich witzig bzw )

    Zitat Zitat von elfa
    Wie alt ist Punpun jetzt eig.? 17, 19?
    Am Anfang des Bandes war er 17 und dann hat er die Highschool beendet, also müsste er jetzt irgendwo zwischen 18 und 19 sein.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •