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  1. #61
    Band 12

    Es wird nahtlos an die Augenausstechszene angeknüpft. Im Prinzip will Punpun Aikos ganze Entschlossenheit, ihr ganzes Vertrauen und vor allem kein Zögern sehen.
    Punpuns träumt von Menschen, die ihm etwas bedeuteten oder eine Spur an ihm/in seinem Leben hinterlassen haben. Ein schöner Traum, von welchem er nicht wirklich aufwachen möchte. Er führt Aikos Hände an seinen Hals und will sich erwürgen lassen (harter, fester). Aiko entgegnet, dass sich nicht alleine sein kann/will durch Punpuns Tod. Schließlich hat sie nur noch Punpun, was soll sie sonst machen? An dieser Stelle fragte ich mich dann: Was ist eig. mit einem Doppelsuizid? Oder ein Romeo und Julia mäßiges Ausscheiden aus dieser Welt?
    Punpun sieht sich jetzt jedenfalls als eine starke Person, da er seine innersten Abgründe erkannt hat. Dazu kommt noch, dass die Verzweiflung, die Aiko bei ihm verursachte, als eine Art Nährboden für Punpun the Dark fungierte.

    Ein anderer großer Part des Bandes beschäftigt sich mit Punpun und Sachis Beziehung. So wird zu Beginn von einem nicht zerbrechlichen Band zw. Sachi und Punpun gesprochen, obgleich Sachi keine Ahnung hat wo Punpun ist, sodass dieses Band eig. letztlich - jedenfalls für Punpun - keine Bedeutung hatte. Punpuns Freund, der von den guten Erinnerungen und dem Spaß mit/durch Punpun erzählte, hinterlässt auch auf Sachi diesen Eindruck. Erwähnenswert ist hier, dass Punpun Menschen wie seinem Freund hier wirklich etwas gab bzw. bedeutete. Sachis Freundin analysiert später Sachis und Punpuns Beziehung ziemlich gut und bringt es auf dem Punkt, dass Punpun sich eig. ziemlich gut selbst versorgte und Sachi gerade die war, die ihn in seiner Freiheit einschränkte. Auch wird klar, dass Punpun auf Sachi Rücksicht nahm wohin gegen Sachi diese nicht zurückgab. Dies führt Sachi zu einer der ultimativen Fragen der zwischenmenschlichen Beziehungen: „Just what do I actually know about Punpun…?“
    Btw: Ist das eig. schwer in Japan einen Führerschein zu machen? So wie ich das verstanden habe bezogen sich Punpuns studies nur auf diesen. Wenn ich das mit Deutschland vergleiche (Theoriestunden, Theorietest, Praxistunden, Fahrprüfung), wirkt das iwie recht aufwändig. Oder hat Punpun doch noch was anderes nebenbei studiert?
    Sachi bekommt dann noch die ein oder anderen Seitenhiebe, wie dass Midori Punpuns einziger Handykontakt ist. Allerdings kann ich mich jetzt auch nicht erinneren, dass Punpun und Sachi das Handy für ihre Kommunikation benutzten. Punpun hat es eig. nie benutzt. Ein anderer Seitenhieb ist natürlich Midoris Schwangerschaft in der finalen Phase oder einfach das generelle Bild einer glücklichen Beziehung. Im Gespräch zw. Sachi und Yuuichi erfährt man, dass Punpun das letzte Mal vor einem halben Jahr mit seinem Onkel gesprochen hat (Dabei wollte er Sachi seinem Onkel vorstellen) und mit Midori liegt der letzte Wortwechsel noch weiter zurück. Yuuichi hat wieder ein paar schöne Dinge gesagt, aber das wohl für Sachi Wichtigste ist die Tatsache, dass Punpuns Partner zu sein gleichbedeutend mit dem Kennenlernen von Punpuns wahren Selbst ist. Sachi „schläft“ mit Punpuns Portrait bzw. auch wenn sie nur so daliegt. Ein gemeinsames Bett hat immer noch seine Bedeutung. Gegenüber ihrem Manager erklärt sie, dass sie schwanger ist. Damit ist mein Midori-Sachi Moment wohl überflüssig, da Sachi nicht abgetrieben hat und somit immer noch die Schwangerschaft, obgleich sie nicht die Beziehung hat, hat. Sachi bricht nicht zusammen, jedenfalls redet ist zu dickköpfig dafür. Frei nach dem Motto „Ich bin stark, ich zeige keine Schwäche“. Statt Traurigkeit wird die radikale Umwandlung durch’s Schneiden der Haare gewählt.

    Zurück zu Punpun und Aiko: Punpun nimmt Tabletten, welche man auch in seiner Wohnung sah. Ein Suizid Versuch? Oder noch nur die Vorstufe, in der er massig Antidepressiva einwirft. Kein Mensch kann doch so einfach einen Mord aushalten. Das ganze Blut, die Schreie und folgende Stille. Dies wirkt sich auch auf Punpun und Aikos Beziehung aus, welche nun komplett angespannt ist. Später erkundigt sich Punpun nach den Gefängnissätzen für Mord. „Did I really kill a Person“. Oder auch: Was ist nur aus mir geworden, dass ich dazu fähig geworden bin. Punpuns Erkenntnis trifft ihn so hart, dass er nur einen Ausweg weiß: Suizid. Punpun ist nun ganz unten angekommen in der Dunkelheit, in seinem Abgrund. Auch Aiko nimmt Tabletten. Im Supermarkt trifft Punpun auf einen jungen Mann, den er später verfolgt. Ich nehme an, dass der Auslöser einfach ist, dass dieser Sachis Manga direkt und somit auch Punpuns Mitwirken indirekt schlecht redet. Es ist vermutlich einfach der Tropfen, der Punpuns Fass der inneren Aggression zum Überlaufen bringt und sich Punpun schlichtweg an diesem Mann dann abregt. Punpun ist tief gefallen. Diese ganze Diskussion um die Konservendose ist auch einfach absurd. Hat Sachi eig. Solanin (ch 127, p 12) geschrieben oder hält doch nur Punpun Sachis Manga und der Typ liest eig. etwas Anderes. Falls es zwei unterschiedliche Manga sind irre ich mich natürlich mit dem Schlecht Machen von Sachis Manga durch den Typen, aber es ändert nichts daran, dass Punpun iwie einen Vorwand sucht (die Konservendose z. B.) um sich abzureagieren. Der Typ ist einfach nur zur falschen Zeit an diesem Ort und somit Punpuns Opfer. Nach Punpuns Tat (Zusammenschlagen des Typens) empfindet auch Aiko, dass Punpun anders/merkwürdig geworden ist.
    Muss den beiden eig. nicht mal das Geld ausgehen? Beim ganzen Umherwandern? Autosprit, Essen, Hotels, wenn auch hier wohl die Billigvariante, summieren sich auch mit der Zeit. Aber man sah beide auch zuletzt auf der Straße übernachten. Sie sind also wohl finanziell wohl langsam am Zenit, wenn nicht schon am Ende.
    Die Anspannung der Beziehung wird auch wieder deutlich, wenn Aiko versucht ein Gespräch zu führen und dabei über den Sinn des Kinderwunsches oder allgemein über alten Zeiten oder über’s gemeinsame Kinder haben redet und Punpun dies immer direkt abblockt mit „Wen interessiert’s?“, worauf Aiko mit wiederkehrenden Entschuldigungen reagiert. Teilweise wirkt das auch kaum noch wie eine Beziehung, sondern viel mehr wie ein Zusammenhalten aufgrund des Mordes. Was will Punpun eigentlich? Er will Aiko beschützen, liebt er sie? Es wirkt vielmehr so, als ob er um’s nackte Überleben kämpft oder einfach überlegt, wie er sich am besten umbringen kann, um dieser Welt bzw. der Verantwortung des Mordes zu entfliehen. Allerdings macht Punpun dann doch einen Schritt auf Aiko zu, dabei verwandelt er sich wieder einen Vogel. Ich nehme einfach an, dass Punpuns Worte Lügen bzw. leere Worte sind, die nur eine Absicht verfolgen, nämlich um Aiko zu beruhigen.
    Und dann kommt Asano und haut wieder einen raus: Punpun will Aiko umbringen und dann sich selbst, was Aiko die ganze Zeit schon bemerkt hat, was einfach so heftig wirkt, wenn man zuvor die vorherigen Strandszenen in ihrer Pracht erstmal auf sich hat wirken lassen. Aiko will ich nicht sterben. Punpun strebt einen Heldentod 2. Klasse an („gave all to save my love“. Tja und wenn das nicht schon genug wäre, steigert Asano diese Szene abermals, indem Aiko die Wahrheit, nämlich dass sie ihre Mutter umbrachte, erzählt. Einfach nur WTF. Punpun: „… You always steal everything away from me”. Aiko: “I guess so”. Punpun, dem Aiko erst dann erzählte, als sie kurz vor dem Tod war, dass er Mörder ist, will Aiko heiraten. Ja, Punpun, um es mit Aikos Worten zu sagen: „Punpun, you’re so strange“.
    Mir fehlen einfach die Worte, die meiner Gefühlslage der Eindrücke aus den Kapitel 131 und 132 gerecht werden. Diese beiden Kapitel sind keineswegs schlecht, sie sind einfach wieder so heftig in ihrer Intensität, dass sie mich sprachlos zurück lassen.
    Ein Report bestätigt, dass Aiko wirklich die Mördern ist (Mutter mehrere Einstiche). In das Kontaktformular für’s Telefon trägt Punpun Aikos Namen ein. Wieso möchte Punpun eig. überhaupt ein Telefon kaufen?
    Da der Vertrag noch nicht ausgefüllt ist und Aiko wohl auch neben Punpun steht, nehme ich mal an, dass sie den Namen durchstreichen und beide wieder „fliehen“ werden.
    Nur wo soll die Reise hingehen? Den Doppelsuizid bzw. (Punpun bringt Aiko um und dann sich selbst) konnte beide nicht umsetzen. Aiko hinter Gittern? Wenn sich Aiko und Punpun iwie trennen sollen (Ich meine damit ihre Wege trennen, nicht unbedingt ihre Beziehung), dann ist Punpun gefühlt tot. Eine Garantie, dass er sich nicht versucht doch dann iwann das Leben zunehmen, sehe ich nicht, da sein Halt Aiko ja weg wäre. Also ist Punpun an Aiko gebunden. Aber wie lange hält Aiko es überhaupt aus als Mörderin ihrer Mutter rumzulaufen? Dazu noch die Sache, dass sie Punpun die ganze Zeit als Mörder hat stehen lassen.
    Was ist mit Sachi? Wird sie Punpun überzeugen können? Kann man Punpun überhaupt überzeugen bzw. retten? Wieso sollte Sachi dies überhaupt können, wenn der Band vorallem zeigte, dass sie gegen ihre Beziehung arbeitete und nicht Punpun?
    Ich sehe nicht wie dieser Manga mit einer Hoffnung auf eine bessere Welt enden kann. Vor allem Aiko und Punpun sind zum Scheitern verurteilt.

    Edit: Keine Ahnung, ob ich es schon iwo erwähnte: Aber ich frage mich, wieso Aiko Punpun verschwieg, dass sie die Mördern ist? Schlichtweg weil er ihre letzte Zuflucht war und sie ihn so "abhängig" von sich machen wollte. Sprich dass sie ggf. von Punpun hätte verlassen können und somit alleine wäre, was sie niemals wollte. Sie klammerte ja merklich an mehreren Stellen an Punpun. Auch sah man sie ja bereits mehrmals in einem extrem gebrochenen, hilflosen Zustand, kaum auszudenken, was wäre, wenn Punpun auch noch weg ist. Gerade deshalb überrascht auch Punpuns Haltung darauf. Den "juckt" es quasi kein bisschen, dass seine Freundin ihn kalt verarscht hat und er sich einen Zeitraum als Mörder fühlte.

    Ich bin im Übrigen auch komplett durch mit dem Manga.
    Geändert von elfa (11.12.2016 um 22:56 Uhr)

  2. #62
    Band 12

    Das traurige Ende kommt näher…

    In diesem Band wurden einige Dinge zusammengebracht. Man erkennt, dass Punpun und Yūichi sich im Grunde genommen sehr ähnlich sind. Yūichi hat jedoch, indem er sich damals von dem Mädchen distanziert hat, den „richtigen“ Weg gewählt und mit Midori noch mal gerade noch so die letzte Kurve gekriegt. Punpun jedoch hat sich für die Rettung seiner „tragischen Geliebten“ entschieden (diese Rolle hat bei Yūichi Washio übernommen, der versuchte, die Mutter des Mädchens zu töten; die Parallelen sind offensichtlich) und somit die „falsche Abfahrt“ von der Autobahn des Lebens genommen. In dem Band sitzen er und Aiko auch tatsächlich irgendwo in der Pampa fest, was diesen Eindruck noch mal unterstreicht. Das Ganze wird noch trauriger gemacht durch die Kapitel, in denen Sachi nach Punpun sucht. Man sieht, dass Punpun seit Band 8 eigentlich mehr oder weniger unbewusst Vorbereitungen für ein „glückliches“ bzw. „normales“ Leben getroffen hat, das er letztendlich aber nie schätzen konnte, weil er zu sehr an Aiko hing. Und jetzt ist er mit ihr auf einem selbstzerstörerischen Trip und lässt das Gerüst für eine gute Zukunft einfach so zurück. Aber naja, wie hat es mal ein Charakter in einem früheren Band gesagt: Wer weiß schon, was der richtige Abzweig ist?

    Während Sachis Reise, die sie macht, um den abwesenden Punpun besser kennenzulernen, wird außerdem noch mal deutlich, was Punpun sein ganzes Leben lang so gepeinigt hat. Er hat ständig versucht, ein „guter Mensch“ zu sein und die Schuld letztendlich immer auf sich selbst geschoben. Dadurch haben sich aber seine eigenen Wünsche nicht erfüllt und der Hass auf Leute, die sich scheinbar einfach nehmen, was sie wollten, ist gewachsen. Er hat sich mehr und mehr in Punpun hineingefressen, da er nie ein Ventil gefunden hat, mit dem er seine eigenen egoistischen Wünsche befriedigen konnte. Dieser Zustand hat sogar angedauert, nachdem er Sachi kennengelernt hat, denn auch sie hat ihm – so positiv ihr Einfluss auch sonst auf ihn war – nicht beigebracht, dass man im Leben eine gesunde Portion Egoismus braucht und man sich ab und zu erlauben muss, ein „schlechter Mensch“ zu sein. Das Fass ist erst übergelaufen, als Punpun Aikos Mutter angegriffen hat. Seitdem hat er keinerlei Interesse mehr daran, die Schuld auf sich zu schieben, sondern handelt ausnahmslos so, wie er es selbst für richtig hält, ohne Rücksicht auf andere. Damit kommt er ironischerweise in seiner Einstellung Aikos Mutter, vor der er seine Geliebte geschützt hat, sehr nahe. In der Szene mit dem Fremden hat man noch einmal gut gesehen, wie stark sich die ganze angestaute Frustration bei Punpun jetzt entlädt. Sowohl das Schlechtmachen von Sachis Manga als auch das Nicht-Wegwerfen der Dose waren nur Katalysatoren, die in Punpun den Drang nach Gewalt ausgelöst haben. Eigentlich haben diese Dinge nur eine schwache Katalysewirkung, aber für jemanden wie Punpun, dessen Rage-Level sich relativ konstant bei 90-irgendwas Prozent bewegt, reichen sie locker aus.

    Eins ist trotzdem klar: Punpun liebt Aiko (genau so wie sie ihn), auch wenn es an einigen Stellen wegen seines Zynismus nicht so wirkt. Deshalb verwandelt er, als er sich am Strand bei Aiko bedankt, für einen kurzen Moment in seine „wahre Form“ zurück. Auf der Flucht ist er bereit, alles für den „traumhaften Moment“, in dem sich er und Aiko befinden, zu geben und gleichzeitig Aiko mit allem, was sie ist, zu akzeptieren (Augenausstechszene). Letztendlich haben die beiden, wie Aiko schon zum Beginn der Fluch richtig feststellte, nichts mehr als den jeweils anderen. Als Aiko ihm offenbart, dass sie es war, die das Leben ihrer Mutter beendet hat, ist Punpun deswegen erst einmal wütend, weil er sich um seine Märtyrerrolle betrogen fühlt, akzeptiert es aber schlussendlich, weil er sich Aiko voll und ganz hingibt. Während des gemeinsamen Durchbrennens seht er aber bereits die dunklen Wolken der harten Realität heranziehen (Strafe für Mord). Vor Aikos Offenbarung fühlt sich deswegen auch Punpun in die Enge getrieben. Am liebsten hätte er es, wenn Aiko ihn töten würde und er so „glücklich sterben“ könnte (Würgeszene), aber da Aiko ihn auch braucht, ist das nicht möglich. Also fasst er den Entschluss, zuerst Aiko und DANN sich selbst zu töten. Ein klassischer Doppelsuizid, nur weitaus weniger romantisch, als man sich das auf Anhieb vielleicht vorstellen würde. Dass Aiko die Schuld auf sich nimmt (hier kommt es am Ende nicht mal wirklich drauf an, ob sie lügt oder nicht!) frustriert ihn zwar, gibt ihm aber die Kraft, noch einen letzten Anlauf zu versuchen. Zu Beginn scheint auch alles überraschend gut zu funktionieren. Die beiden werden dann aber doch von der Wirklichkeit eingeholt. Die Mutter wurde gefunden. Die Blase ist geplatzt, jetzt können sie nicht mehr wegrennen.

    Zitat Zitat von elfa
    Keine Ahnung, ob ich es schon iwo erwähnte: Aber ich frage mich, wieso Aiko Punpun verschwieg, dass sie die Mördern ist? Schlichtweg weil er ihre letzte Zuflucht war und sie ihn so "abhängig" von sich machen wollte.
    Ich denke, da liegst du richtig. Punpun dachte ja die ganze Zeit, dass er Aiko durch den Mord einseitig an sich gekettet hat und hat sich sogar selbst dafür verachtet (die Szene, als er nach dem Vergraben der Leiche am Straßenrand aus dem Auto steigt). Nun hat sich aber herausgestellt, dass auch Aiko die Situation ausgenutzt und durch das Verschweigen ihrer Rolle Punpun an sich gebunden hat. Sie hat das wahrscheinlich nicht gerne getan, aber hatte quasi keine andere Wahl, weil sie die Bindung zwischen sich und Punpun möglichst stark halten wollte.

    Zitat Zitat von elfa
    Ein Report bestätigt, dass Aiko wirklich die Mördern ist (Mutter mehrere Einstiche). In das Kontaktformular für’s Telefon trägt Punpun Aikos Namen ein. Wieso möchte Punpun eig. überhaupt ein Telefon kaufen?
    Naja, sie könnte auch nur noch ein paar Mal „nachgestochen“ haben, als die Mutter eigentlich schon tot war. Ob die Mutter noch mal zu Bewusstsein gekommen ist oder nicht, hat man ja nicht gesehen und das hat Asano ganz bewusst so gemacht. Letztendlich kann man nicht zu 100% sagen, ob Aiko gelogen hat oder nicht, was ihre Rolle als Mörderin angeht. Aber zumindest für Punpun ist es eigentlich egal, es kommt nur darauf an ob er ihr glaubt oder nicht. Und da er sie voll und ganz annimmt, kauft er ihr auch ihre Lügen ab. Die beiden sind jetzt in der Art von Beziehung, die Aiko damals während dem Badminton-Turnier angesprochen hatte und man sieht, dass das eine sehr verzerrte Art der Liebe ist…

    Ein Telefon brauchen sie wahrscheinlich einfach, wenn sie irgendwo arbeiten oder wohnen wollen. Ohne Telefonnummer kein Mietvertrag und so…

    Zitat Zitat von elfa
    Btw: Ist das eig. schwer in Japan einen Führerschein zu machen? So wie ich das verstanden habe bezogen sich Punpuns studies nur auf diesen. Wenn ich das mit Deutschland vergleiche (Theoriestunden, Theorietest, Praxistunden, Fahrprüfung), wirkt das iwie recht aufwändig. Oder hat Punpun doch noch was anderes nebenbei studiert?
    Punpun hat auch noch für seinen Immobilen-Kram gelernt. Der Vermieter hatte ja quasi schon blicken lassen, dass Punpun später mal zum Teil seinen Laden übernehmen kann.

    Edit: Holy shit, ich benutze in letzter Zeit "letztendlich" viiiiel zu oft
    Geändert von komarunda (12.12.2016 um 02:22 Uhr)

  3. #63
    Band 13

    Entgegen meiner Annahme, dass Aikos Name aus dem Vertrag entfernt oder geändert wird, hat sich hier nichts getan. Beide sind nun weiterhin auf der Flucht bzw. haben als Ziel Aikos Onkel in Kopf. Während Punpun dabei immer rational denkt und Aiko möglichst helfen will, wird diese fast schon wahnsinnig. So nimmt sie an, dass Punpun sie bewusst in ein abgelegenes Waldstück geführt hat, damit dieser sie umbringen kann. Es zeigt sich also einmal mehr wie angespannt diese Beziehung ist. Das steigert sich sogar weit, dass Aiko ein Messer zuckt. Alleine, dass sein ein Messer überhaupt bei sich führt, zeigt eigentlich schon, dass sie Punpun keinen Moment wirklich 100%ig vertraute. Letztlich geht Punpun auf’s Ganze, um ihr zu zeigen, dass er nur das Beste für sie im Kopf hat und nimmt dafür den Messereinstich in Kauf. Punpun gibt Aiko die Schuld dafür, dass sich zwischen beiden bzw. von Aiko ausgehend ein Misstrauen entwickelt. "It's because you try to think, that we can't truly understand each other...". Aiko fühlt sich dabei immer mehr allein gelassen bzw. einsam. Sie entscheidet sich zur Polizei anstatt in ein Krankenhaus zu gehen, sprich sich zu stellen. Schon erschreckend, dass Punpun auch jetzt noch so an ihr festhält, da er die Tat für sie auf sich nehmen würde. Auch erklärt Aiko, dass sie jetzt komplett ehrlich sein möchte und es keine weiteren Lügen geben soll. Dies und das Versprechen für das Tanabata teasert zwar schon an, dass es etwas passieren wird. Dennoch fand ich den Suizid überraschend, wobei nüchtern betrachtet, der Tod von einem der beiden gefühlt kommen musste. So hätte sich Aiko auch stellen können und Punpun ein Leben zurückgeben können. Aber sie zielte wohl mit ihrer Ehrlichkeit auf etwas anderes ab. Ich frage mich auch, ob es ihre gemeinsame Beziehung bzw. Leben betrifft, welches vielleicht schon länger vorbei war. Allerdings wenn ich bedenke, dass das ganze Negative in ihrer Beziehung mit dem Mord an der Mutter begann, nehme ich an, dass Aiko den Ausweg suchte, weil sie sich nicht als Mörderin leben konnte, keine Zukunft mit Punpun sah (Mord belastet Beziehung, etc.) oder die schönen Momente mit Punpun, welche langsam schon verblassten, einfach wahren wollte. Immer schwierig einen Suizid nachzuvollziehen, auch wenn dieser hier rein fiktiv ist. Aiko ist wohl wirklich innerlich total zusammengebrochen. Man mag sich gar nicht ausmalen, was sie tw. fühlen musste im Vergleich zu dem, was man an Punpun sah, als sich dieser für den Mörder hielt.
    Es war so traurig mit anzusehen, als Punpun Aikos Leiche Huckepack nahm und sich dabei vehement gegen ihren Tod sträubte. Wie er von der glücklichen gemeinsamen Zukunft spricht und dann witzelt, dass es depressiv endete als Aiko eine jüngere Version von Punpun bevorzugte. Bis er letztlich sagt, dass er von ihr umgebracht / erlöst werden wollte. Er kümmert sich zuletzt noch um Aikos Leiche und lässt diese finden.
    Gerade am Tanabata kehrt Punpun zurück in seine Stadt. In der Menschenmasse wird mir eig. bewusst wie groß Punpun (den Vogelkopf einmal bewusst ignoriert) eig ist.
    Punpun sichtlich mit sich selbst hadernd, erklärt sein Ideal „without anything to lose, there is nothing to protect”, dass er dieses erreicht hat, dass er stark geworden ist und dass sich die Dinge genauso wieder ergeben würden. Letztlich ist nur noch sein Gott übrig, welchen Punpun dann auch beseitigt / tötet, indem er sich das Auge aussticht. Im gleichen Moment handelt es sich bei Midori nur noch um wenige Momente bis ihr Baby, die Welt erblickt. Ich liebe es wenn das Baby Theme als Hoffnung für etwas Neues gut zur Geltung kommt.
    Dieses ganze Milchstraßen Thema, die Beedutung Tanabatas (musste ich googlen) und die Vergänglichkeit der Sternschnuppen werden auch gut in Szene gesetzt. So fragt sich Sachi beispielswiese, welche Zukunft sie damals als sie das Bild der Michstraße zeichnete sich eig. ausmalte.
    Dass Sachi auf den verletzten Punpun trifft, fand ich persönlich etwas zu konstruiert. Ich hatte eher damit gerechnet, dass sich beide zu Beginn z. B. in der Menschenmasse über den Weg laufen oder es gar offen gelassen wird, ob es wirklich zu einer Begenung zw. beiden kommt.
    Auch frage mich wessen Gedanken sind das, als Sachi auf Punpun trifft? Die Stelle "Perhaps it's just my own selfishness, but as long as Punpun continues to suffer, the stronger I'll have to be “(143,14) meine ich. Ich dachte erst Sachis, das würde aber mit God und Aiko keinen Sinn ergeben. Aber Punpun sollte eig. in dem Moment, in dem er sich von seinem Anti God auch los machte, frei sein. Ich könnte mir nur vorstellen, dass diese Gedanken von einer Sachi sind, die später auf diese Szene rückblickt, in der Punpun ihr von all dem, was so passiert ist, erzählte oder es ist eine Art Dunkelheit, die schlichtweg im Menschen existiert. No matter what.

    Kawaiii der kleine Punpun in Sachis Skizzenbuch. Schon witzig. Sachi scheint wohl wirklich kein schlechts Ebenbild von Asano zu geben. Diese ganze Szene hatte was. Sachi, die über ihren nächsten Manga redet und gleichzeitig Punpun klar macht: Ich geb dir Zeit, ich warte auf dich. Wenn du jemanden zum Reden brauchst. Ich bin da.
    Beim polizeilichen Verhört sieht man Punpuns Gesicht real. Jedenfalls den Teil, der nicht von Bandagen überdeckt ist. Ebenso auch Yuuichi bei der Geburt seines Kindes. Ist wohl aber doch ein anderer Name geworden, dennoch ist das Baby die Hoffnung („This is hope isn’t it“).

    In dem Traum von Aiko erzählt Punpun wie sein Leben verlaufen ist. Dass er arbeitet und sich dabei freut, wenn er anderen helfen kann, dass er Freunde hat und auch an deren Leben teilnimmt, dass Sachis Tochter sich von ihm so angezogen fühlt, als ob er ihr Vater wäre, er sich allerdings nicht als solcher sieht, weil er gerade zufrieden ist er selbst zu sein, dass Aiko ihn mit der „lone duty“ beauftragt hat, dass er Aiko langsam vergisst, sowohl ihr Aussehen als auch die gemeinsame Zeiten und vor allem dass er im Leben fortschreiten muss.
    Punpun ist vllt noch nicht stabil, aber Punpun ist eines: Endlich im Leben angekommen.

    Die letzten beiden Kaptiel aus Harumis Sicht sind ein gelungener Abschluss. Denn sie zeigen einen sehr schönen Kontrast, welcher in Chapter 147, p. 10 gipfelt. Harumi, dessen Leben mehr oder weniger normal verlief, steht alleine da, langweilt sich sogar in seinem Leben und ihm gegenüber dann Punpun, der so viel durchmachen musste, von sovielen Freunden umgegben ist und nun endlich Lebensfreude verspürt. Dazu noch die ganzen Cameo Szenen wie die Verabschiedung, welche Harumi als Kind schonmal ähnlich machte, der Name des Pornos, dass er Punpuns Namen vergessen hat oder dass Punpun traurig war, als Harumi die Schule verlassen hatte. Alles so kleine Dinge, die diese ganze Szene von zwei alten Schuldfreunden, die sich nichts mehr zu sagen haben, nicht weil sie sich hassen, sondern weil sie im Strudel des Lebens auseinander gedriftet sind, lebendig macht. Ich fand’s klasse. Auch die Tatsache, dass Harumis größtes Problem anscheinend von der Arbeit her rührt und es sich um den Titel eines Aufsatzes handelt, was seine Freundin dazu noch eher zum Problem macht. Ich will damit nicht sagen, dass Harumi keine Probleme hat, sondern „nur“ das „normale“ Leben erwischt hat. Das Schicksal kann schon interessant sein.

    Mit dem letzten Kapitel schafft Asano auch eine schöne Bilanzierung des Anfangs und des Endes. Das Leben nimmt nun mal seinen Lauf und es wiederholt sich in gewissen Punkten. So hat Onodera Soara fast schon wie ein Fluch in der Familie Punpun den Anti God im Auge geeerbt. Auch die Szene als ein Mädchen, welches neu in die Klasse, die Harumi betreut, kommt und direkt Eindruck auf einen Schüler macht, erinnert an Aiko und Punpun. Dazu noch das ganze Milchstraßen Thema mit der eigenen Vorstellung und der Vergänglichkeit des Lebens (der Sternschnuppen). Sei es Sachi, die sich fragte, was sie damals sah, oder Punpun, der Aiko im Traum fragte, was sie damals wirklich in ihrer Kindheit sahen. Woran hielt man damals fest? Von was für einer Zukunft träumte man? Ist die Zukunft heute wirklich schlecht, auch wenn sie entfernt ist von der damaligen, vorgestellten Zukunft?
    Eig. müsste ich diesen letzten Absatz ausarbeiten, aber ich überlass das mal komarunda.
    Leider konnte mich der Kult Teil wieder nicht mitziehen. Aber es traurig mitanzusehen, dass Seki den Tod seinens Freundes nicht verarbeiten kann und für das Klassentreffen nach einer Ausrede sucht. Vllt zu Ehren seines Freundes. Vllt sieht Seki seinen Freund aber wirklich als nicht tot an, weil er ähnlich wie Punpun Aikos Freitod nicht akzeptieren kann.







    Kurzes Fazit: Die meiste Kritik steht ja. eig schon in den Band Kommentaren. Gelungener Coming of Age Manga, der beide Seiten des Lebens nüchtern betrachtet. Der mich mehrmals umhaute, als ich es nicht erwartete. Der weiß wie sowohl positive als auch negative Dinge in Szene gesetzt werden. Der mich auf eine Reise durch Punpuns Leben mitnahm und mich so an seiner Entwicklung hat teilhaben lassen. Der eine mehr als interessante Beziehung zwischen Punpun und Aiko präsentiert und dabei immer wieder die Frage nach dem Schicksal und dem zufälligen Aufeinandertreffen zweier Menschen aufwirft. Ein Manga, der mich auch nicht eben mal so zurück ließ, sondern mich zum Überdenken der eigenen Lebenssituation anregt -ähnlich wie die Vorstellung von Sachis Zukunft (Milchstraße).
    Für mich mit minimalem Abstand Asanos bestes Werk, was aber nur seiner Länge geschult ist. Einzig wirklich negativ empfand ich den Kult Teil, den ich immer skippte und mich nicht begeistern konnte. Da hätte ich mir lieber stattdessen mehr Fokus auf Seki und Harumi gewünscht. Auch kann man Punpun sicherlich nochmal lesen. Alleine um Punpun und Aiko besser zu verstehen, sowie Punpun selbst. Aber der Manga macht auch melancholisch. Ich würde ihn wohl nicht mal ebenso "j4f" wieder lesen.

    Danke an -FH- und komarunda fürs Mitlesen/Begleiten und eure Eindrücke, etc.
    Es war ein langer Ritt, aber jede Geschichte hat ein Ende, so auch diese. In diesem Sinne: Oyasumi Punpun.

  4. #64
    Band 13

    Hab den Manga jetzt auch endlich beendet.

    Am Ende hatte man zwei große Blöcke, einmal den finalen Abschnitt mit Aiko und dann eine Art Epilog, der mir gut gefallen hat. Unnötig gestreckt erschien er mir zumindest jedenfalls nicht und es gab ein paar nette Callbacks und Wiederholungen.

    Aikos Tod kam für mich nicht überraschend bzw. konnte man ihre Entscheidung ganz gut nachvollziehen, soweit man sowas überhaupt sagen kann. Ich denke, es ist relativ wahrscheinlich, dass sie sich ähnliche Gedanken gemacht hat wie Punpun, als er sie nach ihrem Suizid durch die Sommerhitze schleppte. Die Möglichkeit des Neustarts hätten die beiden natürlich gehabt. Aber sie wären für eine lange Zeit getrennt voneinander gewesen und hätten sich vielleicht früher oder später verloren. Der Traum, den die beiden im Moment ihrer Flucht vor der Realität noch leben, hätte sich früher oder später verwässert. Dieses „Risiko“ wollte Aiko nicht eingehen und hat sich deswegen in einem „glücklichen“ Moment (in dem ihr Wunsch von damals sich noch im erfüllten Zustand befand, wenn auch auf eine verdrehte Art und Weise) das Leben genommen.
    Eigentlich ist es ganz interessant, dass es gerade nicht Punpun (der schon an einigen Momenten in seinem Leben Suizidgedanken hatte) ist, der sich selbst umbringt. Mit sowas, wie Aiko es getan hat, wäre er nicht zufrieden gewesen. Er wollte nicht einfach nur in einem „glücklichen“ Moment sterben, sondern sogar von seiner geliebten Person getötet werden. Diesen Dienst konnte ihm Aiko aber gerade aufgrund ihrer Liebe zu ihm bis zuletzt nicht erweisen.
    Also steht Punpun jetzt gewissermaßen als Leere Hülle da, nachdem sein Silberstreif am Horizont, nach dem er bisher immer suchen konnte, verschwunden ist. Ihm bleibt nur noch sein Pessimismus/Zynismus („Gott“) und er versucht, sich auch dem zu entledigen. Aber Sachi findet ihn im richtigen Moment. An dieser Stelle hat Asano echt nicht mit Plot Convenience gespart, aber man konnte schon noch ein Auge zudrücken. Auch bezüglich der Szene danach, im Krankenhaus, muss man aber schon sagen: Punpun hat ziemliches Glück, dass er an einen „guten Menschen“ wie Sachi geraten ist (auch wenn sie zu einem Großteil „egoistisch“ motiviert ist, aber wer ist das schon nicht). Ohne sie wäre das Ende um einiges depressiver und trauriger gewesen.

    Sachi liefert auch das, was für mich wie die Moral wirkt, die der Manga transportieren will (es passt auch zu dem, was Yūichi Punpun damals mit auf den Weg gegeben hat): Es sind alltägliche Handlungen und Denkweisen, die sowas wie „Wunder“ im Leben ermöglichen. Im jungen Alter kann man sich an undeutliche Träume klammern und nur vom Glauben an sie zehren, aber irgendwann ist diese Zeit vorbei und man muss sich dem großen „Nichts“ stellen, das die Welt um einen herum letztendlich ist. Das, woran man glaubt, worauf man hinarbeitet, muss man im Lauf des Lebens stets neu suchen, einen wirklichen Fixpunkt gibt es nicht. Das macht einen unsicher und kann verängstigen, aber als Stütze hat man Freunde und Familie, die einem in der „egoistischen“ Suche nach dem eigenen Glück unterstützen. Der Kult stellt den religiösen Gegenentwurf zu diesem Modell dar, bei dem es immer etwas gibt, an das man glauben kann – aber auch dieser Entwurf hat seine Schattenseiten, da er etwas mit dem blinden Träumejagen gemeinsam hat.

    Punpun merkt jedenfalls, wie überraschend einfach es ist, ein „normal glückliches“ Leben zu führen und verabschiedet sich in Gedanken schon einmal von der „realen“ Aiko, die es schon bald nicht mehr geben wird; stattdessen wird nur noch ein Zerrbild von ihr in Punpuns Erinnerungen existieren, an das er sich nur versucht, zu erinnern, weil es Aikos letzter Wunsch war.

    Ich fand es ehrlich gesagt etwas sehr übertrieben, dass Harumi sich nicht mehr an Punpuns Namen erinnern konnte, zumindest auf dem Klassentreffen hätte der Name doch mal fallen müssen. Aber naja. Die letzten paar Kapitel mit ihm als Hauptrolle zeigen ein „ganz normales“ Leben, das nicht geprägt ist von den schlechten Ereignissen, die man als Leser zusammen mit Punpun erlebt hat. Witzig fand ich hier die kleine Diskussion über das Thema für den Aufsatz. Harumi sieht im Thema „Träume für die Zukunft“ etwas, mit dem jeder gleich gut umgehen kann und den Aufsatz selbst als eine bloße Übung, um den Schülern das Schreiben beizubringen. Seine Verlobte sieht die Probleme hinter dieser Ansicht und spricht sogar genau auf Punpuns Fall von damals an (Kinder mit bestimmten familiären Hintergründen etc.), aber letztendlich ist es doch „nur“ ein Aufsatz und es lohnt sich nicht, das Thema so aufzublasen. Man kann unmöglich auf alle Rücksicht nehmen. Die Vermittlung oder Weitergabe der Erfahrungen, die Leute wie Punpun im Laufe ihres Lebens gemacht haben, wäre für manche vielleicht von Vorteil, aber die Personen, die in der Lage wären, sie möglichst „effektiv“ weiterzugeben, wissen von ihnen gar nichts. Bzw. würde man sie gar nicht erst vermitteln wollen, weil sie viel zu dunkel sind. Genau wie Harumi und Punpun in der Stadt driften Lebensaussichten aneinander vorbei. Jeder kann letztendlich nur auf ein begrenztes Kontingent an eigenen Erfahrungen (und denen nahestehender Personen) zurückgreifen, womit sich nicht „alle“ abdecken lassen. Es lässt sich daher nicht vermeiden, dass einige die gleichen schlechten Erfahrungen machen.

    Die Geburt Soaras mit dem „Gott“ im Auge und der Moment, in der sich der Junge in Harumis Klasse in das neu in die Klasse gekommene Mädchen verliebt, stellen die Frage, ob sich zumindest Teile aus Punpuns Leben (oder Passagen mit einer gewissen Ähnlichkeit) bei anderen fast schon unausweichlich wiederholen müssen. Alles, was am Ende bleibt, ist die Hoffnung, dass doch alles gut wird...

    Fazit: Auch wenn ich den Manga jetzt schon zum zweiten Mal gelesen hatte, was er für mich sehr interessant. Ich tendiere eh dazu, von Gelesenem viel zu schnell wieder viel zu viel zu vergessen. Damals hatte ich den Manga aber auch wirklich an drei oder vier Abenden verschlungen, kein Wunder dass da manchmal nicht so viel hängen geblieben ist
    Viele finden Punpun ja furchtbar depressiv, aber bis auf einige Ausnahmen kam ich mit dem Grundton des Manga ganz gut zurecht. Asano präsentiert eine gute Mischung aus optimistischen und pessimistischen Perspektiven, auch wenn die optimistischen (bis auf Band 8 vielleicht) eher gedämpft gehalten sind. Zum Abschluss überwog für mich jedoch leicht der optimistische Ton, weswegen ich mit dem Ende auch zufrieden war. Wer weiß, vielleicht bin ich Onkel Yūichi einfach zu ähnlich :P Ich muss echt sagen, dass ich mich an manchen Stellen fast schon zu gut in Punpun hineinversetzen konnte, auch wenn mein Leben natürlich um einiges „normaler“ und weitaus weniger dramatisch ist als seins. Ich denke aber, dass das nicht nur bei mir so der Fall ist; zu einem gewissen Grad werden in Punpun ja gewissermaßen „Allerweltssorgen“ behandelt. Der Manga hat sie im Fall Punpun überspitzt und es war manchmal auch eine Portion Kitsch oder Übertreibung mit dabei. Aber der Ton des Mangas ist ziemlich gut abgestimmt und die Momente, an denen man ob der Darstellung oder dem Erzählstil nur noch mit den Augen rollen konnte, waren angenehm dünn gesäht.
    Ich werde mir den Manga bei der nächsten Gelegenheit mal in der Originalsprache zulegen. Es ist einer der wenigen Manga, bei dem ich irgendwie das Bedürfnis habe, ihn mir in gedruckter Form ins Regal zu stellen. Sicherlich werde ich ihn irgendwann auch noch mal lesen, aber das ist (hoffentlich ) noch eine Weile hin.

    Auch von mir ein Danke an die Mitleser!

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