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  1. #1

    Zuletzt gesehener asiatischer Film

    Pendant zum allgemeinen "Zuletzt gesehener Film"-Thread. Asiatische Filme sind dort in extremer Minderheit und gehen schnell unter. Deshalb dieser neue Thread, um sie kompakt zu bündeln. das sollte euch nicht davon abhalten in beiden zu posten. Anders als in den anderen Themen zu asiatischen Filmen sind hier nicht nur Empfehlungen, sondern auch Verisse willkommen.



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    I'm a Cyborg but that's OK

    Der Koreaner Park Chan-Wook ist einer der gefeiertsten Regiesseure Asiens. Im Westen hauptsächlich für seine teilweise sehr brutale Rachetrilogie (u.a. Old Boy) bekannt, hat er mit "I'm a Cyborg but that's OK" eine warmherzige, stellenweise leicht melancholische Tragikomödie geschaffen, die durch ihre Liebe zum Detailauffällt. Der Film spielt in einer Psychatrie und zeigt immer wieder längere Sequenzen aus Sicht der psychisch Kranken. Das sorgt natürlich für eine Reihe unheimlich komischer und skuriler Szenen. Was das Werk aber auszeichnet, ist die Menschlichkeit und Warmherzigkeit die Park Chan-Wook seinen Charakteren zukommen lässt. Im Mittelpunkt steht übrigends eine junge Frau, die in Wirklichkeit ein Cyborg ist - oder sich nur für einen hält?

  2. #2
    cold_fish_2010_poster_japan.jpg

    Ich habe Cold Fish, den neuen Film des japanischen Autorenfilmers Sion Sono (Love Exposure, Strange Circus) im Rahmen des Fantasy Film Fest im Original mit deutschen Untertiteln gesehen. Die DVD erscheint im Herbst bei Rapid Eye Movies in Deutschland.

    Der düstere Thriller erzählt die einfach gehaltene Geschichte eines braven Familienvaters und Fischhändlers, der in die Hände eines skrupellosen Fischmoguls gerät. Von großer Bedeutung ist dabei wieder Sonos Lieblingsthema: (Patchwork-) Familienkrisen. Im Verlauf wird der Zuschauer Zeuge kranker Gewalt, einige Szenen hätten sich auch in einem Splatterfilm nicht schlecht gemacht. Dem abgehärteten Publikum entlockt der Film nichts desto trotz einige (unfreiwillige?) Lacher ab.

    Kinematographisch überzeugt Cold Fish nicht nur mit einer ungemein dynamischen Eröffnungssequenz, sondern auch mit der vermeintlich langsamen Erzählweise, die einige schöne Kameraeinstellungen aufweist, in die die Brutalitäten unvermittelt einschlagen (ohne dabei als typische Horror-Schockeffekte zu wirken - viel mehr ist es der Kontrast zwischen Alltagsleben und Verbrechen, der die Wirkung erzielt). Einige (S-)Exploitation-verdächtige Kameraeinstellungen lassen bereits früh erkennen, dass auch in diesem Sion Sono-Werk am Sex nicht gespart wird.
    Erwähnenswert ist auch die musikalische Gestaltung, die häufig auf den Kontrast zwischen Bild und Ton setzt. Das zeigt sich besonders in der eindrucksvollen Schlussszene.

    Ach ja, die Handlung basiert mal wieder mehr oder weniger auf einer wahren Geschichte. Cold Fish ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, aber durchaus sehenswert. Für (unerfahrene) westliche Zuschauer fällt er in die Kategorie "Asia-Schocker". Wer sich im Bereich asiatischer Psycho/Thriller/Horror Filme auskennt, dürfte aber schon besseres gesehen haben.

  3. #3


    Hab ich mir erst gekauft und nun ebenfalls angesehen. Da ich nicht Spoilern will , kann ich nur sagen interessant erzählt. Meiner Meinung nach kein Meisterwerk aber grundsolide. Der zweite Hauptcharakter hebt sich dadurch hervor in dem er nicht nur Dinge stiehlt sondern auch Fähigkeiten , Talente und anderes immaterielles. Wie er das macht gehört zu den witzigen seiten des Films !
    Fazit: ich bereue es nicht den Film gekauft zu haben, empfehle diesen Film aber nur eingeschränkt(den kauf mein ich).
    Was das Werk aber auszeichnet, ist die Menschlichkeit und Warmherzigkeit die Park Chan-Wook seinen Charakteren zukommen lässt
    trotzdem und das er auch noch stelleweise witzig ist und ein Drama bietet, zieht sich der Film stellenweise (meiner meinung nach). Es lohnt sich zwar den Film anzusehen aber ein weiteres mal kommt für mich erst in einigen Jahren in frage...

  4. #4
    Letzter asiatischer Film: Mr. Vengeance

    Ganz starker Film. Damit habe ich die Trilogie komplettiert.

    Der mit Abstand brutalste Film der Reihe. Fatalistisch, unerbittlich, anspruchsvoll, schwer zugänglich, aber mit toller Bildsprache.
    Ein Schlag in die Magengrube und ein cineastischer Hochgenuss.
    Kann ich nur jedem empfehlen!

    Wer auf schwer verdauliche Meisterwerke steht(gerade das ENDE!!) sollte den Film sehen.

  5. #5
    Mr Vengeance war Teil einer Trilogie? Kannst du mir bitte sagen, wie dann die ersten Teile hiessen?
    Ich hab den Film mal bei einer PC Games dabeigehabt (kein Scherz!). Hat mich von der Beschreibung eigentlich mal so gra nicht interessiert, an einem langweiligen Abend hab ich mir den aber dann doch gegeben. Tja, was soll ich sagen. Einfach genial. Ich will nicht behaupten, dass ich alles verstanden habe (was vllt. daran liegt, dass es ne Trilogie war ) aber es spricht doch für den Film, wenn er mich trotzdem begeistert hat

    @ Kafka_Tamura: Danke für die Infos^^
    Geändert von Capt. Raven (22.10.2011 um 13:46 Uhr)

  6. #6
    Also es ist keine inhaltliche Trilogie, vielmehr eine "thematische" Trilogie des Regisseurs(Park Chann-wook).
    Es handelt sich um das übergeordnete Thema "Rache", aber die Filme haben nichts miteinander zu tun.
    Natürlich behandeln alle drei Filme noch andere Themen, aber das Hauptmotiv der Charaktere ist nunmal ganz fatalistisch Rache, ohne Kompromiss.

    Die andere Filme heißen:

    -Lady Vengeance
    -Oldboy(sicher vielen ein Begriff)

    Mr. Vengeance ist der komplexeste und schwer zugänglichste. Man kann auch nicht alles verstehen, es gibt paar inhaltliche Mängel. Die anderen dagegen sind auch genial, aber man kommt eher mit.
    Gerade Oldboy kapiert man schnell.
    Lady Vengeance ist der ruhigste Film, mit der besten Bildsprache(fast poetisch) und mit einer attraktiven Darstellerin. Deutlich gewaltdosierter als Oldboy oder MR. Vengeance.


    ps: Das du nicht alles verstanden hast, ist nicht weiter schlimm. Hauptsache du hast das meiste verstanden

  7. #7
    110205kokuhaku1.jpg

    Der beste Rachefilm seit Old Boy. Mindestens.

    Confessions bietet was viele westliche Zuschauer entweder abschreckt oder fasziniert: Psychische Abgründe, Blut und absolute Erbarmungslosigkeit, gemischt zu einem verstörenden Filmcocktail. Der Mord an einem Kindergartenkind, durch der Hand von 13 Jährigen. Die Rache seiner Mutter. Die Folgen der Rache und die Ursachen des Mordes. Mit einer nicht linearen Erzählweise enthüllt Confessions ein erschreckendes gesellschaftliches Panorama, in dessen Zentrum eine Mittelschulklasse steht. Es gibt eine Reihe Werke japanischer Fiktion, von Film bis Manga, die sich mit den Problemen japanischer Schüler beschäftigen. Mobbing, Leistungsdruck, Pubertät. Häufig fallen sie jedoch zu sehr ins Extrem um als realistisch gelten zu können. Das gilt sicher auch für Confessions. Und doch kann dieses beeindruckende Werk nicht nur erschrecken, sondern vor allem auch Mitgefühl wecken für die grausamen Täter und bringt seine Botschaft rüber: den Wert des Lebens.

    Regiesseur Tetsuya Nakashima macht den Thriller zum Kunstfilm. Zeitlupen, Zeitraffer und andere Techniken heben Confessions auch optisch aus der Masse heraus. Besonders gelungen ist der Soundtrack (u.a. Radiohead, Boris).

    Natürlich gibt es einzelne Kritikpunkt, trotzdem eine klare Empfehlung von mir.

  8. #8


    "19" Ein Film von Kazushi Watanabe.


    Ein Road Movie der etwas anderen Art.
    Der Student Usami wird aus nicht näher erklärten Gründen von drei Männern entführt. Warum und weshalb er entführt wurde, spielt im Grunde genommen auch keine Rolle.
    Was dann passiert, ist einfach Kino vom Feinsten.
    In grauen Farben erleben wir ein minimalistisches Meisterwerk mit unvergesslichen Figuren und tollem Soundtrack.
    Ich kann jedem "19" nur empfehlen. Ihr werdet es nicht bereuen. Fans der asiatischen Filmkunst kommen voll auf ihre Kosten.

    10/10
    Geändert von Kafka_Tamura (10.11.2011 um 18:57 Uhr)

  9. #9
    Da reihe ich mich mal direkt mit ein und kopiere einfach mal einen alten Blogpost von mir.



    Koreanische Filme werden von vielen Menschen aufgrund ihres "anderen" Stils unglaublich gefeiert. Das ist zumindest meine These, denn es braucht schon einiges an Experimentierfreudigkeit, um sich mit bestimmten Filmen aus der Schmiede Koreas anzufreunden. I Saw The Devil ist defintiv einer dieser Streifen, denn was den Zuschauer hier erwartet sind rund 144 Minuten geballtes Gefühlschaos. Ganz klar lässt sich erst einmal sagen, dass I Saw The Devil ein knallharter Rachefilm ist und ganz zurecht erst ab 18 Jahren freigegeben wurde.


    Choi Min-sik, der hierzulande vorallem durch Oldboy bekannt wurde, spielt einen durch und durch kaputten Serienmörder, der für Frauen nichts anderes als Hass übrig hat. Auf seinem von Gier geprägten Mordfeldzug, macht er den Fehler die Verlobte des Top Polizei-Agenten Soo-hyoen zu ermorden. Was folgt ist eine Katz- und Maus-Jagd, gefolgt mit überraschenden Wendungen. Der Film stellt die simple und oft gestellte Frage, ob Rache der richtige Weg zur Überwältigung von Verlusten ist.


    Ich persöhnlich hatte gemischte Gefühle während des Films. Ich würde euch anlügen wenn ich sagen würde, dass ich I Saw The Devil für perfekt und rund halte, aber was sich mir aufbot war ein Film, der mich von Anfang bis Ende mitgerissen hat. Wer Gore/Splatter abstoßend findet und sich bei Sexszenen lieber verschämt die Augen zu hält, wird mit I Saw The Devil nicht viel anfangen können. Wer aber bock auf einen spannenden Schocker hat, ist hier genau richtig, denn glaubt mir: ihr werdet am Ende mit einem mulmigen Gefühl ins Bett gehen, vielleicht sogar mit schlechtem Gewissen.
    Geändert von LoBoDreamZ (11.11.2011 um 15:05 Uhr)

  10. #10
    underwater-love-a-pink-musical-292.jpg

    Underwater Love (A Pink Musical)

    Ja, Japan ist das Land der Absurditäten. Und ja, Japan bringt immer noch die schrägsten Filme heraus. Underwater Love ist einer von ihnen.

    Wie der Untertitel andeutet, handelt es sich dabei um ein Werk des Pinku Eiga, jenem außergewöhnlichen Filmgenre, zwischen Sofporn und Arthouse. Underwater Love erzählt die Liebesgeschichte zwischen einer 35-jährigen Frau und einem Kappa (japanisches Fabelwesen). Die amüsante Rahmenhandlung wird von schreiend komischen Musical-Szenen durchzogen. (Es ist sowieso eher ein Film zum Lachen, als zum Fappen, falls euchs interessiert. )

    Der gelungene Soundtrack stammt von der Berliner Elektropop Band Stereo Total. Als Kameramann konnte Regiesseur Shinji Imako den fantastischen Christopher Doyle - bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Wong-Kar Wai - gewinnen, der für die allem Trash zum Trotze ästhetische Optik verantwortlich ist.

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