Umfrageergebnis anzeigen: Folgende Gründe halten mich vom Kauf ab

Teilnehmer
28. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • dt. Übersetzungx wirkt infantil; kaufe keine dt. Manga

    3 10,71%
  • japanische Namen werden verkehrt herum geschrieben

    2 7,14%
  • Suffixe (-san, -kun, etc.) bei Personen weggelassen

    1 3,57%
  • Suffixe bei Gegenständen/Tieren weggelassen

    1 3,57%
  • Romanisierung durch Sonderzeichen statt 'uu', 'ou', etc.

    1 3,57%
  • Zensur: Seiten verändert

    16 57,14%
  • Zensur: Seiten weggelassen

    18 64,29%
  • alle Bilder gespiegelt um von links nach rechts zu lesen

    14 50,00%
  • Farbbilder nur in schwarz-weiß gedruckt

    3 10,71%
  • Namen verändert (bspw 'Rachel Moore' statt 'Mouri Ran', Meitantei Conan

    14 50,00%
  • Übersetzung von '-sensei', 'Nii-san', etc.

    5 17,86%
  • andere Gründe

    13 46,43%
Multiple-Choice-Umfrage.
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Ergebnis 21 bis 30 von 34
  1. #21
    Zitat Zitat von serenity Beitrag anzeigen
    Na ja, und als Hommage an die Vorlage kann man doch für Fans die Suffixe unübersetzt lassen, tut doch auch niemanden weh.
    Nun ja, du hast natürch Recht mit der (An-)Gewohnheit, und den Anime-/Mangafans tut es sicherlich nicht weh, die Suffixe unübersetzt zu lassen, aber alle anderen können mit japanischen Anreden und der "Fachsprache" der jugendlichen A/M-Szene nunmal in der Regel einfach nichts anfangen, und genau das ist eines der Hauptprobleme, wenn man sie unübersetzt lässt: Man übersetzt nur für bereits existierende Fans und lässt somit alle anderen möglichen Leser ausser Acht. Und dann fragen sich Fans zum Teil noch ernsthaft, wieso denn die Otto-Normalbürger Anime/Manga zuwenig kennen und schlecht darüber reden

    Zitat Zitat von serenity Beitrag anzeigen
    Und es mag zwar Geschmacksache sein, aber Victorialein klingt schon derbe mies
    Ich schrieb Victorilein

    Zitat Zitat von serenity Beitrag anzeigen
    Aber ansonsten hab ich kein so großes Problem damit, wenn eben keine Suffixe verwendet werden. Aber sowas wie Herr Lehrer, oder Brüderchen, Schwesterchen liest sich für mich eben unangenehm, und da würde ich gerne drauf verzichten. ist halt einfach ein persönlicher Gechmack.
    "Herr Lehrer" für "Sensei" kann auch einfach mit "Herr (Nachname)" ersetzt werden. In jeder zweiten Sprechblase ein "Herr Lehrer" wäre etwas einfallslos. Statt Brüderchen/Schwesterchen geht auch Bruder-/Schwesterherz (jedenfalls gegenüber älteren Geschwistern), und zwischendurch auch einfach den Vornamen der Geschwister. Je nach Kontext und Platz in den Sprechblasen kann man ein "Sakura-chan, oide kite!" z.B. statt "Sakuralein, komm mal her!" auch einfach mit "Komm her zu mir, mein liebes Kind!" übersetzen.

  2. #22
    Die Umfrage ist nicht einseitig, sie verzichtet aus meiner Sicht nur auf Redundanz. Ansonsten hätte ich bei jedem Punkt noch das Gegenteil mit aufnehmen müssen..

    Zitat Zitat von Ataru
    Was meinst du, wie oft ich Schüler an meiner Junior High School und Grundschule gehört habe, die sich mit -chan ansprechen? --> So gut wie nie. Auch das "-kun" wird sehr selten eingesetzt, höchstens von Lehrern, aber nicht bei Schülern unter sich.
    Ist doch egal was die Japaner im wirklichen Leben machen. Es geht um den Kram der in Manga vorkommt. Und jede Übersetzung die auf Suffixe verzichtet oder japanische Namen tauscht werde ich nicht kaufen, weil ich sie für minderwertig halte. Da ist mir auch egal was irgendein alter Japanischprofessor dazu zu sagen hat ;-) Wenn du nicht zu überzeugen bist, dann läuft es eben auf den unterschiedlichen Geschmack hinaus. (Ich bin nämlich auch nicht davon zu überzeugen eine Version zu akzeptieren, von der ich Augenkrebs bekomme.)

    Zitat Zitat von Ataru
    Wieso soll das jetzt ausgerechnet im Japanischem anders sein? Weils plötzlich "blöd klingt"?
    Ja, weils infantil klingt und nicht die Nuancen zwischen Ran-chan, Conan-kun, Mouri-dono und Heiji-nii-san widerspiegelt. Die Suffixe gehören zu einer anständigen (schriftlichen) Übersetzung von diesem Kram dazu. Außerdem: Gewohnheit. Und ob ich ohne diese Gewohnheit überhaupt Fan geworden wäre, kann ich nicht sagen.

    Mit den Suffixen bin ich btw schon in Berührung gekommen, bevor ich wusste was der Unterschied zwischen Anime und Zeichentrick ist. In normaler Belletristik. Die Buchreihe heißt Kreis der Dämmerung und kommt soweit ich weiß nicht aus Japan, aber die Charaktere leben dort eine Weile. Damit bin ich damals auch klar gekommen obwohl ich noch nichts davon wusste.


    Zitat Zitat von AG1M
    Wait wait.... "alle Bilder gespiegelt um von links nach rechts zu lesen" bitte was? Sowas gibts? Ich hab ich noch nie gesehen, bei welchen Mangas oder Firmen wird das denn gemacht? Hab nur deutsche Mangas und hab noch nie ne flasche Leserichtung gehabt.
    War im letzten Jahrhundert so ziemlich die Norm. Machen die Japaner auch heute noch, wenn sie koreanischen Kram bei sich veröffentlichen oder der Autor von UnbalanceX2 hat einfach nach 9 Bänden die Leserichtung von sich aus getauscht. In der Graphic Novel hat es mich btw bei der offiziellen Übersetzung auch gestört, dass sie Sunsengnim übersetzt haben.


    Zitat Zitat von Ataru
    Und dann fragen sich Fans zum Teil noch ernsthaft, wieso denn die Otto-Normalbürger Anime/Manga zuwenig kennen und schlecht darüber reden
    1) zu teuer für einen Spontankauf
    2) sie wissen noch nichts über Fansubs und Scanlation oder
    3) sie können kein englisch

  3. #23
    Diesmal bin ich auch mal ganz Atarus Meinung. Es hält mich zwar nicht vom Lesen ab, aber ich finde es auch immer wieder befremdlich, wenn in einer Übersetzung die Suffixe oder leicht übersetzbare Begriffe beibehalten werden. Teilweise wird das ja sogar schon bei Synchronisationen gemacht (K-On wars, glaube ich).

    Ich kaufe Mangas übrigens ausschließlich auf Deutsch. Unsere Sprache ist schön und ausdrucksstark, das muss man fördern. Es gibt eine Menge Mangas, die sehr gut übersetzt wurden und die auch natürlich klingen. Viel natürlicher als es viele Fan-Übersetzungen tun. Gerade bei den ganzen englischen Scanlations bemerkt man oft, dass die Übersetzer Englisch gar nicht wirklich beherrschen. Es ist z. B. keine schlechte Idee, Jugendliche auch etwas stärker in deutscher Jugendsprache sprechen zu lassen. Damit meine ich jetzt kein Türkischdeutsch oder so, sondern einfach einen lockeren Sprachstil, Jugendliche sprechen nicht verschnörkelt und gehoben (gut, das macht kein normaler Mensch).

    Ich selbst würde Suffixe wahrscheinlich meistens gar nicht übersetzen und Nähe (oder Ferne) durch die Sprache selbst ausdrücken. Das geht mit unserer Sprache. Wenn man mit jemanden respektvoll spricht, klingt das anders, als wenn man locker mit ihm umgeht. Mit Lehrern ist es so wie Ataru sagt: Herr bzw. Frau x ist bei uns üblich. Im Prinzip gilt das für alle Respektpersonen. Menschen, die sich gut kennen, sollten sich mit Vornamen anreden, egal was die Japaner machen. In der deutschen Sprache drückt man nämlich sonst eine zu große Distanz aus oder es klingt sogar abwertend.

    P. S. Es wird wieder Zeit, das "Deutsche Begriffe für japanische Wörter"-Projekt zu starten. Damit unser Umgang auf aniSuchen wieder löblich wird!

  4. #24
    Das Schlimmste ist, dass wenn man sich mal einen Manga auf Deutsch kaufen will, die Hälfte der Bände nicht mehr erhältlich ist. Da warte ich extra bis der letzte Band von 100% Strawberry veröffentlich wurde und dann gibt es 3-4 Bände nirgendswo mehr.

  5. #25
    Zitat Zitat von TaZ Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Ataru
    Was meinst du, wie oft ich Schüler an meiner Junior High School und Grundschule gehört habe, die sich mit -chan ansprechen? --> So gut wie nie. Auch das "-kun" wird sehr selten eingesetzt, höchstens von Lehrern, aber nicht bei Schülern unter sich.
    Ist doch egal was die Japaner im wirklichen Leben machen. Es geht um den Kram der in Manga vorkommt.
    Es ist eben gerade nicht egal, und den Grund habe ich vorhin bereits genannt.


    Zitat Zitat von TaZ Beitrag anzeigen
    Und jede Übersetzung die auf Suffixe verzichtet oder japanische Namen tauscht werde ich nicht kaufen, weil ich sie für minderwertig halte. Da ist mir auch egal was irgendein alter Japanischprofessor dazu zu sagen hat ;-)
    Tja, du gehörst ja auch zu den Fans, die sich aus fadenscheinigen Gründen ohnehin nie etwas Offizielles kaufen, ist bei Animes ja genau gleich :-p


    Zitat Zitat von Ataru
    Wieso soll das jetzt ausgerechnet im Japanischem anders sein? Weils plötzlich "blöd klingt"?
    Ja, weils infantil klingt
    Hast du schon einmal daran gedacht, dass deine heissgeliebten Anreden im Japanischen genau so "infantil" klingen?


    und nicht die Nuancen zwischen Ran-chan, Conan-kun, Mouri-dono und Heiji-nii-san widerspiegelt.
    Oha, dann erklär mal, wo genau diese "Nuancen" jetzt liegen sollen und wieso man diese nicht ins Deutsche übertragen kann. Ich bin ganz Ohr.

    Die Suffixe gehören zu einer anständigen (schriftlichen) Übersetzung von diesem Kram dazu.
    Und was für einen sprachwissenschaftlichen Hintergrund hast du vorzuweisen, um so eine Behauptung aufzustellen?

    Außerdem: Gewohnheit.
    Eben, und das ist recht so. Die japanischen Anreden sind dir viel zu lieb geworden, als dass du sie vermissen könntest. Mit Rationalität und "Nuancen" in einer Übersetzung korrekt widerspiegeln hat das jetzt aber nichts zu tun.

    Zitat Zitat von Ataru
    Und dann fragen sich Fans zum Teil noch ernsthaft, wieso denn die Otto-Normalbürger Anime/Manga zuwenig kennen und schlecht darüber reden
    1) zu teuer für einen Spontankauf
    2) sie wissen noch nichts über Fansubs und Scanlation oder
    3) sie können kein englisch
    Gut, das stimmt natürlich, aber es geht mir hier um die Wirkung von "Übersetzungen" auf Aussenstehende im Allgemeinen und was das zur Folge hat, weniger um den Werbeeffekt von Digikopien im Internet. Punkt 1 ist selbstredend.

  6. #26
    An dieser Stelle schließ ich mich der Ansicht von Ataru an. Eine anständige Übersetzung sollte alles übersetzungen und nicht Teile 'einfach so' übernehmen mit der schwächelnden begründung, dass sie nicht übersetzbar seien. Hab erst vor kurzem von einem Japanologen gehört, dass es keine Sprache gibt, die man nicht exakt in eine andere Sprache übersetzen könnte. Es ist natürlich nicht so leicht, tolle und coole Worte für "chan, kun, sensei ... alle -chou"-Formen zu finden, aber die Nuancierung ob jetzt ein Lehrer, eine nahestehende Freundin, eine neutrale Person mit einem spricht, diese Feinheiten lassen sich sehr wohl im dt. genauso ausdrücken wie in jeder anderen Sprache auch. Aber nicht nur mit einem Wort, dann muss man eben den Kontext der Übersetzung ganz anders aufziehen, um diese Nuancierung klarzustellen.
    Ataru geht es ja auch ein wenig darum, das deutsch-japanisch Übersetzungen aus sicht der richtigen deutschen Sprache einfach nicht legitim sind, das ist das gleiche Probleme wie das oft kritisierte, oft zu hörende "denglisch". Da zählen auch Gründe der Fans nicht.
    Wer die Begrifflichkeiten und Anreden noch nicht kennt, hat einfach Probleme zu verstehen, was mit -chan etc. gemeint ist. Und die Verständlichkeit des Textes / Inhaltes ist immer noch ein großes Hauptkritierium bei der Auswahl von Manga (neben den Zeichnungen und anderen Aspekten).

    Zu meiner Auswahl: ich habe mich für andere Gründe entschieden. Das einzige was mich an dt. Manga ganz selten stört und auffällt, ist, dass sie manchmal die Zeilenumbrüche einfach falsch machen. Gerade bei japanischen Namen am Ende der Zeile wird die Silbentrennung meiner Meinung nach falsch angewandt.
    Wenn das studierte Japanologen übersetzen, sollten sie auf diesen Kleinigkeiten achten.
    Dennoch gibt es keinen grammatikalischen Grund, warum ich dt. Manga nicht kaufen sollte. Mir gehts beim Kauf um interessante Inhaltsbeschreibungen auf dem Buchumschlag, schöne, interessante Zeichnungen im Manga und dann kauf ich mir den Manga auch meist. Ganz selten kaufe ich Manga nicht, wenn mir die Typografie im Manga nicht gefällt, gerade bei überkrassen und schlechten Schriftarten, die Schwer zu lesen sind. Ich mag da am liebsten Druckschrift, wo nur die Anfangsbuchstaben großgeschrieben werden und nicht das ganze Wort. Wäre aber auch nur sehr selten ein Nichtkaufkriterium.

  7. #27
    Zitat Zitat von Ataru Beitrag anzeigen
    Was soll daran jetzt blöd klingen? Es ist nunmal Fakt, dass wir im Deutschen mit "lein" und "chen" verniedlichen, und das auch mit ausländischen Namen. Ein John oder Johnny wird bei der Verniedlichung halt zum "Johnnylein", eine "Victoria" wird zu "Victorilein", ein Rasputin zu Rasputinchen. Wieso soll das jetzt ausgerechnet im Japanischem anders sein? Weils plötzlich "blöd klingt"?
    Es klingt auch in anderen Sprachen oft blöd, selbst im deutschen bei einigen Namen. Das ist einfach die Macht der Gewohnheit und damit meine ich nicht nur die Gewohnheit des Manga lesens. Es gibt halt in anderen Sprachen Laute, auf die im Deutschen kein Name endet und wenn die dann mit deutschen Namensanhängseln verniedlich werden würde ich das einfach als störend empfinden. Rasputinchen ist da schon ein gutes Beispiel ^^

    Zitat Zitat von Ataru Beitrag anzeigen
    Übersetzungen von Light Novels sind übrigens wenig repräsentativ, da sie sich ohnehin meist an Fans richten, die aus puristischen Gründen an die japanischen Anreden festhalten.
    Dachte ich mir, deshalb schrieb ich, dass ich bisher nichts anderes aus dem Japanischen gelesen habe.

    Zitat Zitat von Ataru Beitrag anzeigen
    Ach was. Du kannst z.B. genauso gut jemanden ganz frech mit dem Nachnamen anreden und dann salopp mit "du" weiterfahren. Etwas, das zu meiner Schulzeit in der Schweiz völlig normal war und ich auch von Japanern her kenne ("Yamada!... Omae saa...)
    Ja gut das stimmt, aber das wird auch in aller Regel nicht durchgängig gemacht, bzw. nur dann, wenn man zwei Personen mit gleichen Vornamen im Umfeld hat.

    Zitat Zitat von Ataru Beitrag anzeigen
    Und wo genau jetzt im Japanischen z.B. die Beziehungen zwischen zwei Sprechern gross verschieden sein soll, wenn sie sich statt mit Vorname-chan dann mit Nachname-chan ansprechen, soll mir mal einer glaubhaft erklären.
    Das hängt natürlich von dem jeweiligen Fall ab, aber jeder Unterschied in der Sprache hat irgendeinen Grund. Vielleicht kennen sich die Personen, die sich mit Vornamen ansprechen schon länger und haben es sich daher bereits angewöhnt sich mit Vornamen anzusprechen, oder ganz trivial, die eine hat der anderen mal irgendwann angeboten sie mit Vornamen anzureden.

    Zitat Zitat von Ataru Beitrag anzeigen
    Nun ja, du hast natürch Recht mit der (An-)Gewohnheit, und den Anime-/Mangafans tut es sicherlich nicht weh, die Suffixe unübersetzt zu lassen, aber alle anderen können mit japanischen Anreden und der "Fachsprache" der jugendlichen A/M-Szene nunmal in der Regel einfach nichts anfangen, und genau das ist eines der Hauptprobleme, wenn man sie unübersetzt lässt: Man übersetzt nur für bereits existierende Fans und lässt somit alle anderen möglichen Leser ausser Acht. Und dann fragen sich Fans zum Teil noch ernsthaft, wieso denn die Otto-Normalbürger Anime/Manga zuwenig kennen und schlecht darüber reden
    Das stimmt, aber es ändert nichts an meiner persönlichen Präferenz. Das ist eine rein egoistische Meinung die meinen eigenen Geschmack betrifft, ob es nun auch für die Mangaindustire sinnvoll ist, ist nochmal eine andere Frage.

    Zitat Zitat von Ataru Beitrag anzeigen
    Tja, das ist eben vorwiegend die künstliche Sprache der Populärkultur, die kaum die Realität wiedergibt, wie Schüler und Erwachsene in Japan sich wirklich miteinander ansprechen. Wieso soll man dann da als Äquivalent im Deutschen nicht auf Anreden zurückgreifen, die selten eingesetzt werden und jemanden z.B. explizit Verniedlichen oder Respekt zollen?
    Das ist schon richtig, trotzdem bilde ich mir zumindest ein, die Intention des Autors besser erkennen zu können, wenn Suffixe benutzt werden. Wenn ein -chan, -kun, -san, oder was auch immer verwendet wird, oder dazwischen gewechselt wird, habe ich eine gewisse Vorstellung davon was hier auf Beziehungsebene vermittel werden soll. Wird das in 3 verschiedene deutsche Anreden übersetzt fällt das schon schwerer und ich würde wohl intuitiv versuchen das zurück zu übersetzen.

  8. #28
    So wie ich das sehe kreieren Manga eine bestimmte Scheinwelt, ein Zerrbild, wenn man so will. Mir geht es darum dem näher zu kommen. Durch Übersetzungen distanziert man sich meiner Meinung nach davon, weswegen es mir wichtig ist, dass die Übersetzungen so viel davon erhalten wie möglich. Mir geht es weder darum wie echte Japaner, noch wie echte Deutsche oder Amerikaner sprechen. Nur um die Erhaltung der errichteten Scheinwelt zu der die Suffixe gehören.

    Meine Mangasammlung hat meine Sammlung an normalen Büchern btw längst übertroffen, obwohl ich die erst seit 2009 kaufe. (Und obwohl ich von den meisten Publishern nichts kaufe. Erst heute ist Cage of Eden Bd.6 angekommen, der gestern veröffentlicht wurde. Wobei mich auch in dem so einige Sachen stören.. Ryoukan hat man bspw. im Anhang erklärt, Onii-chan aber einfach mit "Big Bro" übersetzt...)

    Ja, mir ist klar, dass das für Japaner nicht besser klingt, aber da habe ich den Vorteil, dass ich japanisch noch nicht gut genug verstehe um darunter zu leiden. Okay.. meistens verstehe ich japanisch nicht gut genug um darunter zu leiden. Und manchmal finde ich diese gehirnamputierten Charaktere mit ihren Sprachmustern auch sehr niedlich. :3

    Die Nuancen zwischen Ran-chan, Conan-kun, Mouri-dono und Heiji-nii-san liegen darin, dass man anhand der Suffixe erkennt wie die soziale Struktur zwischen den Charakteren ausschaut. Mir wäre im Deutschen nichts geläufig, was den Unterschied zwischen Mouri-sensei, Mouri-dono, Mouri-san und Mouri-kun verdeutlicht. Ist wie mit den Hiragana, Katakana oder Kanji-Wort-Rätseln die häufiger mal in Meitantei Conan vorkommen. Die kann man auch nicht übersetzen, egal wie sehr man sich anstrengt. Da kann man höchstens versuchen den Sinn zu verstehen und drüber nachdenken, wie man das in der eigenen Sprache gesagt hätte... geht aber immer schief. Bspw: "Dame da koitsu, nantoka shinai to"

    Eine anständige Übersetzung braucht keinen Sprachwissenschaftlichen Hintergrund. In einer kürzlichen Umfrage haben 100% aller TaZ ausgesagt, dass sich kein Leser für Sprachwissenschaften interessiert. Die Verleger sind auch meistens schon zufrieden, wenn die Leute die Bücher kaufen. Übrigens deutet alles was ich über Sprachwissenschaften weiß darauf hin, dass sie sich der Realität anpassen und nicht umgekehrt. Die letzte Rechtschreibreform war bspw. nicht die erste und solange genug Leute googlen als Verb benutzen, wird es auch seinen Weg in einen Duden finden. Um auf die anständigen Übersetzungen zurückzukommen; dass sind in meinen Augen welche, die sich verkaufen.

    Es ist Gewohnheit, ja. Aber es fiel mir sehr leicht mich daran zu gewöhnen und es mir abzugewöhnen sehe ich nicht ein. ^.^

  9. #29
    Zitat Zitat von TaZ Beitrag anzeigen
    So wie ich das sehe kreieren Manga eine bestimmte Scheinwelt, ein Zerrbild, wenn man so will. Mir geht es darum dem näher zu kommen. Durch Übersetzungen distanziert man sich meiner Meinung nach davon, weswegen es mir wichtig ist, dass die Übersetzungen so viel davon erhalten wie möglich. Mir geht es weder darum wie echte Japaner, noch wie echte Deutsche oder Amerikaner sprechen. Nur um die Erhaltung der errichteten Scheinwelt zu der die Suffixe gehören.
    Ja, dann ist es ja recht so. Eine "Scheinwelt" soll ja möglichst weit weg von jeglicher Realität sein; besonders wenn es an die eigene deutschsprachige Kultur erinnert. Ein unverständliches Deutsch-Japanisch Kauderwelsch für Insider mit spezifischen Vorlieben ist da völlig in Ordnung. Und wieso nicht einen Schritt weitergehen? "Übersetzungen" sollten z.B. statt der deutschen Anrede "ich" doch auch gleich auf 私、あたし、わし、僕、オレ、おいら、我輩、(etcetera) zurückgreifen. Oder wie wärs mit 君、オマエ、あなた、あんた、おまん、(u.s.w.) für "du"? ... Das hat ja auch alles "spezifische Nuancen", die man ja nicht übersetzen kann! Somit wären Sätze wie "Omae weisst nicht was Omae sagt!" oder "Lasst ore-tachi alle Nakama werden!" sicherlich noch ein stück näher am Ideal der Scheinwelt. Und einfacher zu "übersetzen" ist es auch noch; der Übersetzer darf faul sein :-p

    Die Nuancen zwischen Ran-chan, Conan-kun, Mouri-dono und Heiji-nii-san liegen darin, dass man anhand der Suffixe erkennt wie die soziale Struktur zwischen den Charakteren ausschaut.
    Das lässt sich im Deutschen sinngemäss übersetzen.

    Mir wäre im Deutschen nichts geläufig, was den Unterschied zwischen Mouri-sensei, Mouri-dono, Mouri-san und Mouri-kun verdeutlicht.
    Das Beziehungsgeflecht zwischen den einzelnen Charakteren klar auf Deutsch zu verdeutlichen, ist der Job eines guten Übersetzers, und das kann einer auch mit einer sinngemässen Übersetzung, die den Kontext berücksichtigt, statt mit einer einfachen, am Namen angehängten Anrede. Einem "sensei" oder "dono" wird in der deutschen Übersetzung halt noch mehr Respekt gezollt als gegenüber einer Figur, die im Original ein -san oder ein -kun am Namen dran hat.

    Ist wie mit den Hiragana, Katakana oder Kanji-Wort-Rätseln die häufiger mal in Meitantei Conan vorkommen. Die kann man auch nicht übersetzen, egal wie sehr man sich anstrengt.
    Na das ist jetzt aber ein ganz anderes Thema, weil es sich eben um schriftliche *Rätsel* handelt und nicht um gesprochene Sprachen an sich. Und ja, da muss ich dir zustimmen: Man kann höchstens versuchen, den Sinn dahinter zu verstehen. Oder man sucht in einer Übersetzung ein ähnliches Rätsel, wobei das für mich teils auch wieder ein zu starker Eingriff in die eigentliche Geschichte wäre.


    Eine anständige Übersetzung braucht keinen Sprachwissenschaftlichen Hintergrund.
    Ja ja, jeder Banause kann übersetzen (so meint man)

    Es ist Gewohnheit, ja. Aber es fiel mir sehr leicht mich daran zu gewöhnen und es mir abzugewöhnen sehe ich nicht ein. ^.^
    Wer einmal Blut an Fandom-Übersetzungen geleckt hat, kommt davon nicht mehr los.

  10. #30
    Ich denke hier besteht auch einfach ein Unterschied in den Ansprüchen.
    Als Sprachwissenschaftler legst du wahrscheinlich automatisch wert darauf, dass die Übersetzung an sich eine hohe Qualität hat. Mir und wie es aussieht auch TaZ ist das aber relativ egal. Wichtig ist mir nur, dass der Manga am Ende in einer Form vorliegt, in der ich ihn gleichzeitig komplett verstehen und die Intentionen des Autors noch möglichst genau nachvollziehen kann.

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